Ärzte Zeitung online, 16.02.2009

Tonnenweise strahlendes Metall gefunden - Ministerium: Keine Gefahr

BERLIN (dpa). Mehr als 150 Tonnen radioaktiv verseuchtes Metall aus Indien sind offenbar nach Deutschland gelangt. Behörden hätten das strahlende Material in zwölf Bundesländern entdeckt, berichtete das Nachrichtenmagazin "Spiegel".

Unter Berufung auf einen internen Vermerk aus dem Bundesumweltministerium hieß es weiter, fünf Tonnen Edelstahlspäne hätten den gesetzlichen Grenzwert so sehr überschritten, dass sie der Gesellschaft für Nuklear-Service (GNS) übergeben werden mussten. Das Unternehmen ist unter anderem für die Entsorgung von Abfall aus Atomkraftwerken zuständig.

Nach Einschätzung der zuständigen Behörden besteht keine Gefahr für die Bevölkerung und Mitarbeiter betroffener Firmen. "Beim überwiegenden Anteil der betroffenen Stahllieferungen liegt die Kontamination unterhalb der Freigabegrenzwerte", erklärte das Bundesumweltministerium am Sonntag. Die Lieferungen seien sichergestellt worden. Konsumgüter seien bislang nicht betroffen. Mit allen Beteiligten werde weiter nach Lösungen gesucht. Das Ministerium hatte bereits vor knapp einer Woche über den Fund von kontaminiertem Edelstahl informiert.

Die Strahlen-Belastungen sind offenbar Folge eines unbeabsichtigten Einschmelzens von radioaktiven Kobalt-60-Strahlenquellen in einem indischen Werk. Nach "Spiegel"-Informationen sind den Behörden bisher Verunreinigungen bei Ventilen, Gussteilen, Edelstahlseilen, Maschinenteilen und Altmetallspänen bekannt. Der erste Fund vom August 2008, ein Container mit belasteten Edelstahlstangen im Hamburger Hafen, strahlte demnach besonders stark.

Lesen Sie dazu auch:
Bundesumweltministerium: Radioaktive Edelstahlprodukte aus Indien

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