Ärzte Zeitung online, 23.02.2009

Männliche Föten machen häufiger Probleme als weibliche

TEL AVIV (dpa). Schwangerschaften mit einem männlichen Fötus sind einer israelischen Langzeitstudie zufolge erheblich häufiger mit Komplikationen belastet.

Die Studie des Beilinson-Krankenhauses in Petach Tikva bei Tel Aviv basiert auf der Untersuchung von mehr als 64 000 schwangeren Frauen in den Jahren 1996 bis 2006, wie israelische Zeitungen am Montag berichteten. Gut die Hälfte der Frauen gebaren Jungen, die andere Hälfte Mädchen.

Die Untersuchung ergab, dass die Gefahr einer Frühgeburt bei einem männlichen Baby um 70 Prozent höher war. Jungen mussten nach einer Frühgeburt außerdem durchschnittlich länger im Krankenhaus behandelt werden als Mädchen.

Die Wahrscheinlichkeit eines Kaiserschnitts bei der Mutter stieg im Vergleich zu Schwangerschaften mit weiblichen Föten um 10 Prozent und das Risiko einer Geburt mithilfe einer Saugglocke oder Zange um 50 Prozent. Männliche Föten seien zudem meist größer und schwerer als weibliche. Daher kommt es laut der Studie bei ihnen auch häufiger vor, dass sie sich während der Geburt mit der Schulter verkeilen.

Die Untersuchung ergab hinsichtlich des Gesundheitszustands der Neugeborenen keine signifikanten Unterschiede zwischen den Geschlechtern. Die einzigen Schwierigkeiten, die bei Schwangerschaften mit weibliche Babys häufiger vorkamen, waren Steißgeburten, bei denen das Kind nicht mit dem Kopf voran geboren wird, sowie ein niedriges Geburtsgewicht.

Es gebe keine eindeutige Erklärung für die Untersuchungsergebnisse, sagte einer der Forscher, Professor Marek Glezerman, der israelischen Zeitung "Haaretz". Eine der Hypothesen lege einen Zusammenhang mit dem männlichen Y-Chromosom nahe. "Wir wissen heute, dass Männer in vieler Hinsicht medizinisch das schwache Geschlecht sind", sagte Glezerman. "Sie leben kürzer und leiden auch viel häufiger an Krankheiten."

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Sind Computer bald die besseren Therapeuten?

Immer mehr Online-Psychotherapien drängen auf den Markt. Die meisten sind weder besonders einfühlsam noch allzu intelligent. Dennoch sind die Erfolge erstaunlich. mehr »

Kollege Computer, übernehmen Sie!

Eine computer-basierte Verhaltenstherapie kann Insomnie-Patienten den Schlaf zurückgeben. Der Erfolg ist ähnlich gut wie durch menschliche Therapeuten, bescheinigt ein kalifornischer Professor. mehr »

Kein frisches Geld in Sicht

Die umfassende Studien-reform soll zunächst ohne zusätzliches Geld auskommen. Darauf haben sich Bund und Länder geeinigt, wie aus dem vertraulichen Papier hervorgeht. mehr »