Ärzte Zeitung online, 13.03.2009

Siebenjähriger mit Stammzellen von spanischem Designerbaby behandelt

SEVILLA (dpa). Fünf Monate nach der Geburt des ersten "Designerbabys" in Spanien rechnen die Mediziner mit der vollständigen Genesung von dessen älteren Bruder. Der siebenjährige Andrés habe seine schwere Krankheit bereits so gut wie überwunden, teilten die Ärzte am Freitag in Sevilla mit. Der Junge leidet an Thalassaemia major, einer erblichen Bluterkrankung.

Vor sieben Wochen habe er die Stammzellen aus dem Nabelschnurblut seines kleinen Bruders Javier transplantiert bekommen. "Sein Körper hat die Zellen perfekt angenommen", sagte der Mediziner Dr. José María Pérez Hurtado. Nach einer künstlichen Befruchtung hatten die Ärzte mit Hilfe der Präimplantationsdiagnostik denjenigen Embryo ausgewählt, der den Gendefekt nicht aufweist und genetisch am besten zu Andrés passte. In Deutschland ist dieses Vorgehen verboten.

Die Katholische Kirche Spaniens hat die Methode scharf kritisiert. Die genetische Selektion von Embryonen sei kein wissenschaftlicher Fortschritt, sondern entwürdige den Menschen, weil dieser nur noch nach seinem Nutzwert beurteilt werde, erklärte die Bischofskonferenz nach Javiers Geburt. Es werde verschwiegen, dass bei der Präimplantationsdiagnostik genetisch ungeeignete Embryonen zerstört würden. "Den Geschwistern des Neugeborenen ist damit das Grundrecht auf Leben verwehrt worden", hieß es damals.

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