Ärzte Zeitung online, 16.03.2009

Britischer Regierungsberater will Mindestpreis für Alkohol

LONDON (dpa). Im Kampf gegen ausufernde Trinkgelage hat ein hochrangiger Regierungsberater in Großbritannien Mindestpreise für Alkohol gefordert. Aus Sicht von Professor Liam Donaldson dürfen alkoholische Getränke nicht unter 50 Pence pro "Einheit" verkauft werden. In Großbritannien wird der Alkoholgehalt von Getränken für die Verbraucher in Einheiten angegeben, die aus jeweils zehn Millilitern Alkohol bestehen.

Damit wären die billigsten Weinflaschen im Supermarkt nicht mehr unter 4,50 Pfund (4,90 Euro) zu haben. Der Vorstoß soll nach Medienberichten an diesem Montag im offiziellen Gesundheitsbericht vorgestellt werden. Zuvor hatte sich schon die schottische Regierung für einen Alkohol-Mindestpreis ausgesprochen.

Würden die Vorschläge umgesetzt, könnte sich der Preis für manche Getränke verdoppeln. Betroffen wären vor allem Bier und Wein in Supermarkt-Regalen. Die Supermärkte stehen bei Gesundheitsexperten schon länger wegen ihrer billigen Alkohol-Angebote in der Kritik.

Die Folgen der Alkohol-Exzesse kosten das staatliche britische Gesundheitssystem pro Jahr rund 2,7 Milliarden Pfund. Im Vergleich zu 1995 hat sich die Zahl der Menschen, die nach Trinkgelagen ins Krankenhaus kamen, verdoppelt. Die Zahl der Todesfälle durch Alkoholmissbrauch verdoppelte sich seit 1990 ebenfalls.


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