Ärzte Zeitung online, 18.03.2009

Über 240 500 Menschen 2008 durch Katastrophen gestorben

ZÜRICH (dpa). Im vergangenen Jahr sind bei Katastrophen weltweit mehr als 240 500 Menschen ums Leben gekommen. Das geht aus einer am Dienstag veröffentlichten Erhebung des Schweizer Rückversicherers Swiss Re hervor. Allein dem tropischen Zyklon Nargis, der Anfang Mai in Birma wütete, fielen rund 138 000 Menschen zum Opfer.

Zum Vergleich: Im verhältnismäßig katastrophenarmen Jahr 2007 kam die Swiss Re auf schätzungsweise 20 000 Tote durch Erbeben, Wirbelstürme oder Tsunamis. 2006 sollen es rund 30 000 Opfer gewesen sein.

Der weltweite wirtschaftliche Gesamtschaden belief sich auf 269 Milliarden Dollar (heute rund 207 Milliarden Euro). Fast die Hälfte dieser Summe entfällt auf das Erdbeben, von dem China im Mai erschüttert wurde (124 Milliarden Dollar), wie aus der Studie mit dem Titel "Natur und Man-made-Katastrophen im Jahr 2008" hervor geht. Die gesamte Versicherungsbranche zahlte zur Deckung der entstandenen Sachschäden insgesamt 52,5 Milliarden Dollar aus.

Im vergangenen Jahr wurden 137 Naturkatastrophen und 174 von Menschen verursachte Katastrophen gezählt. Die meisten Opfer seien in Asien zu beklagen gewesen, während die höchsten Versicherungsschäden in den USA anfielen, heißt es in der Studie. "Das Jahr 2008 war sowohl von den Opferzahlen als auch von den Schäden her außergewöhnlich", berichtet der Rückversicherer.

Natur- und von Menschen verursachte Katastrophen würden immer zahlreicher und teurer. Die Naturkatastrophen kosteten die Sachversicherer weltweit insgesamt mehr als 44,7 Milliarden Dollar. In den USA führten vor allem die Hurrikane Ike und Gustav in der ersten Jahreshälfte zu hohen Schäden.

In China wurden durch einen ungewöhnlich kalten Winter mit Rekordmengen an Schnee und Eis zu Beginn des Jahres versicherte Schäden in Höhe von mehr als 1,3 Milliarden Dollar fällig. In Europa seien die versicherten Schäden dagegen moderat und geringer als im Vorjahr ausgefallen, hieß es weiter. Hier betrugen die Schäden nur etwas mehr als ein Zehntel der weltweiten Gesamtsumme.

Die von Menschen verursachten Schäden forderten 5600 Todesopfer. Die meisten starben bei Schifffahrts- und Bootsunfällen sowie bei Bombenattentaten und sozialen Unruhen. Bei den dadurch entstandenen versicherten Schäden in Höhe von 7,8 Milliarden Dollar fielen Industriegroßbrände, Explosionen und Schäden im Energiesektor am stärksten ins Gewicht.

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