Ärzte Zeitung online, 25.03.2009

Ausschussvorsitzende: Studienzulassung noch lange nicht geklärt

Berlin (dpa). Die heftig beklagten Probleme bei der Studienzulassung in Numerus-clausus-Fächern sind aus Sicht der Vorsitzenden des Bundestags-Bildungsausschusses, Ulla Burchardt (SPD), "noch lange nicht geklärt". Die jetzt von den Hochschulrektoren und von Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU) "eilig propagierte Lösung" werfe weiterhin zahlreiche technische wie rechtliche Fragen auf.

Die SPD-Bildungspolitikerin betonte in einem Gespräch mit dpa: "Schon einmal ist uns mit dem Autobahnmaut-System Toll Collect vorschnell eine angeblich weltbeste Technik-Lösung versprochen worden. Die Folgen sind bekannt. Wir möchten jetzt nicht bei dem hochkomplizierten und Internet-gestützten Hochschulzulassungssystem auf dem Rücken studieninteressierter junger Menschen eine ähnliche Erfahrung machen."

Der Bundestagsbildungsausschuss hört an diesem Mittwoch Computer-Experten sowie Vertreter der Hochschulrektorenkonferenz und der Kultusminister zu dem geplanten Zulassungssystem. Seit Jahren bleiben wegen eines fehlenden Datenabgleichs unter den Hochschulen bis zu 20 Prozent der Studienplätze ausgerechnet in den begehrten Mangelfächern unbesetzt.

Die SPD-Politikerin Burchardt warnte Bundesbildungsministerin Schavan davor, die Fragen der Studienzulassung weiterhin allein aus Sicht der Hochschulen zu sehen. "Es geht auch um die Interessen der jungen Menschen und deren Eltern. Das von den Hochschulen und den Ländern seit Jahren hingenommene Chaos und das Freibleiben von Studienplätzen muss ein Ende haben."

Burchardt sagte, der Bundestag werde nur dann die bisher gesperrten Haushaltsmittel für die Entwicklung des aufwändigen Zulassungssystem freigeben, "wenn dabei tatsächlich auch Beratung, Kundenorientierung und auch Bürgernähe garantiert ist - so wie dies auch der von den Ländern mühsam ausgehandelte Staatsvertrag vorsieht."

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