Ärzte Zeitung online, 25.03.2009

Studie: Gen-Mais verändert Milch von Kühen nicht

München (dpa/nös). Mit Gen-Mais gefütterte Kühe geben einer Studie zufolge ganz normale Milch. Auch nachdem die Tiere rund zwei Jahre lang den gentechnisch veränderten Mais gefressen hatten, sei ihre Milch unverändert gewesen, teilte die Technische Universität München (TUM) am Mittwoch mit.

Im Rahmen einer großen Fütterungsstudie untersuchte das Team um Professor Heinrich Meyer vom Lehrstuhl für Physiologie zwei Jahre Milchkühe, die entweder genveränderten oder normalen Mais fraßen (jeweils 18 Tiere). Dazu baute die Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) die beiden Maissorten auf speziellen Feldern an - das Futter sollte so vergleichbar und in einer konstanten Qualität gehalten werden.

Während des 25-jährigen Studienzeitraums nahmen die Forscher monatlich Proben von Blut, Milch und Exkrementen, sowie wöchentlich vom Futter. Mit einem spezielle entwickelten Analyseverfahren wurden alle Proben auf das Cry1Ab-Protein hin untersucht. Im genveränderten Mais der Sorte MON810 wird ein Gen zur Produktion von Cry1Ab eingeschleust, das typische Krankheitserreger abtöten soll.

Keine Unterschiede - weder in der körperlichen Entwicklung der Kühe, noch in Milch.

Insgesamt haben die bayerischen Forscher von über 38 000 Probenauswertungen von 36 Milchkühen ausgewertet. Dabei zeigte sich, dass die verfütterte Maissorte keinen Unterschied in der körperlichen Entwicklung der Tiere macht. Milchleistung, Kondition und Gewicht waren bei allen Tieren vergleichbar. Auch bei näherem Hinsehen scheinen Gesundheit und Fruchtbarkeit stabil, so die Forscher. Trotz der relativ hohen Aufnahme des Cry1Ab-Proteins von rund 5,3 mg pro Tag zeigten die mit dem Gen-Mais gefütterten Kühe weder in der Organfunktion noch in der Fruchtbarkeit Unterschiede zur Kontrollgruppe.

Außerdem konnten die Münchner Wissenschaftler eine Übertragung des Cry1Ab-Proteins oder dem entsprechenden Gen in den Organismus der Kuh ausschließen. Das Protein sei nicht stabiler als andere Eiweiße, sondern eher leichter verdaulich. Keine der insgesamt 450 Blutproben ergab Hinweise auf einen Transfer der fremden cry1Ab-DNA oder des Cry1Ab-Proteins vom Gen-Mais zum Tier. Dies bestätigen den Forschern zufolge auch die Milchproben beider Versuchsgruppen. Die Milch der Kühe sei zu keinem Zeitpunkt unterscheidbar gewesen.

Artfremdes Gen lässt MON810 ein giftiges Protein produzieren.

Das Gen cry1Ab in dem genveränderte Mais MON810 stammt von dem Bodenbakterium Bacillus thuringiensis. Es kodiert für ein gleichnamiges Protein, dass die Raupen des Maiszünsler abtötet.

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