Ärzte Zeitung online, 27.03.2009

Update 13 Uhr: Mindestens 54 Tote nach Dammbruch mit Flutwelle bei Jakarta

JAKARTA (dpa). Nach einem Dammbruch in Indonesien hat eine meterhohe Flutwelle am Freitagmorgen mindestens 54 Menschenleben gefordert. Zahlreiche Einwohner werden in dem dicht besiedelten Gebiet rund 50 Kilometer südlich von Jakarta noch vermisst, wie das Gesundheitsministerium berichtete. 31 Menschen wurden verletzt. "Es war wie ein Tsunami", sagte der Leiter des Krisenzentrums, Rustam Pakaya.

Der 1933 gebaute Damm, der die Fluten des Pasanggrahan-Flusses in Zaum halten soll, war nach heftigen Regenfällen am Vortag um 2 Uhr Ortszeit geborsten. Die Wassermassen überraschten tausende Einwohner der Umgebung von Situ Gintung im Schlaf. In den besseren Gegenden drückte die Wucht des Wassers Türen und Fenster ein und setzte die gemauerten Häuser mehr als zwei Meter unter Wasser. In den Slums wurden leicht gebauten Hütten völlig umgerissen. "Ich habe gesehen, wie zwei meiner Nachbarn von der Flutwelle fortgerissen wurden", berichtete ein Anwohner im Fernsehen. "Einige der Leichen wurden weit von ihren Häusern entfernt gefunden", sagte ein Polizist.

Die Wucht des Wasser riss Telefonmasten um und schwemmte Autos fort. Die Helfer waren in Schlauchbooten unterwegs, um Überlebende aus den höheren Stockwerken zu retten. Auf Fernsehbildern aus einem Helikopter waren ein riesiges Loch in der zehn Meter hohen Wand des Damms und ein riesiges Überschwemmungsgebiet zu sehen. "Im Damm waren vorher zwar schon mal Risse aufgetaucht, aber die Behörden haben nur Fotos gemacht und sind wieder abgezogen", sagte ein Anwohner im Fernsehen.

Update 13 Uhr:

37 Menschen wurden am Nachmittag (Ortszeit) noch vermisst. Durch das 70 Meter breite Loch strömten Millionen Kubikmeter Wasser, Schlamm und Geröll in die Straßen im Tangerang- Bezirk rund 50 Kilometer südlich von Jakarta und rissen Häuser, Autos, Strommasten und Bäume fort. Mindestens 400 Häuser wurden zerstört oder beschädigt. Helfer waren in Schlauchbooten unterwegs, um Überlebende aus den höheren Stockwerken zu retten. "Es war wie ein Tsunami", sagte der Leiter des Krisenzentrums, Rustam Pakaya.

Einige Dutzend Menschen wurden durch das von den Wassermassen mitgerissene Geröll verletzt. In den Häusern stand das Wasser teilweise mehr als zwei Meter hoch. Erst, nachdem die Armee Schlamm und Geröll beiseitegeschoben hatte, lief das Wasser am Nachmittag langsam ab. "Die ganze Gegend liegt unter einer dicken Schlammschicht", sagte Pakaya.

In den Straßen herrschte Chaos und Verwüstung. Autos wurden durch die Wucht des Wassers umgeworfen und in Hauswände geschleudert, Fenster und Türen eingedrückt, in den Slums ganze Hütten fortgerissen. "Ich habe gesehen, wie zwei meiner Nachbarn von der Flutwelle fortgerissen wurden", berichtete ein Anwohner im Fernsehen. Die Opfer wurden teils Hunderte Meter weit getrieben. "Einige der Leichen wurden weit von ihren Häusern entfernt gefunden", sagte ein Polizist. Zwischen den Mauerresten trieb Wäsche in der braunen Brühe, und überall standen Helfer teils bis zur Brust im Wasser, um sich zu Überlebenden vorzukämpfen. Der Damm war in den frühen Morgenstunden geborsten, als die Einwohner noch schliefen.

Die Einwohner glauben, dass schwerer Regen am Donnerstag den Pasanggrahan-Fluss und den direkt hinter dem Damm liegenden Situ Gintung-See bis an die Dammkante füllte. Der 1933 in niederländischer Kolonialzeit gebaute Damm habe dem Druck nicht standgehalten, hieß es. "Im Damm waren vorher zwar schon mal Risse aufgetaucht, aber die Behörden haben nur Fotos gemacht und sind wieder abgezogen", sagte ein Anwohner im Fernsehen.

Nach Angaben der Umweltorganisation Wahi war bereits im November vergangenen Jahres Wasser durch den Damm gebrochen. "Das hätte als Warnung dienen müssen, dass der Damm gefährdet war", sagte der Jakarta-Direktor der Organisation, Slamet Daryoni. "Die Behörden hätten ein Frühwarnsystem einrichten müssen. Dies ist das Ergebnis der Nachlässigkeit."

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