Ärzte Zeitung online, 01.04.2009

Erschütternde Bilder aus Simbabwes Gefängnissen

JOHANNESBURG (dpa). Mit versteckter Kamera hat ein südafrikanisches Fernsehteam die erschütternde Situation in den Gefängnissen des Nachbarlandes Simbabwe dokumentiert. In der am Dienstagabend ausgestrahlten SABC-Dokumentation "Höllenloch" sind Menschen zu sehen, die todkrank und abgemagert unter denkbar schlechtesten hygienischen Verhältnissen in überbelegten Zellen dahinvegetieren.

Viele von ihnen betteln Angehörige um Nahrung oder Medikamente an. Pro Tag gebe es eine Hand voll Maismehl, Seife sei nicht vorhanden.

Nach Schätzungen von Hilfsorganisationen sterben jeden Tag im Schnitt rund 20 Häftlinge in den 55 Gefängnissen des Landes. Selbst für den Abtransport der Leichen aus den Zellen fehle es an Geld. Justizminister Patrick Chinamasa gab nach Angaben der Filmautoren zu, dass dem Staat für die Aufrechterhaltung eines Minimalstandards bei der Versorgung der Häftlinge die Mittel fehlten.

Die Dokumentation basierte auf Videoaufnahmen, die mit versteckten Kameras von Häftlingen und Wächtern gemacht wurden. In dem Film äußert sich auch der designierte Vize-Landwirtschaftsminister Roy Bennett, der unter einem Vorwand knapp zwei Monate in einem Gefängnis verbrachte. Er sprach mit Blick auf die unmenschliche Situation dort von einem "Menschenrechts-Desaster".

Topics
Schlagworte
Panorama (30367)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Luftschadstoffe beeinträchtigen viele Organsysteme

Die Lunge gilt zwar als Eintrittspforte für Schadstoffe aus der Luft, kurz- und langfristige Gesundheitsschäden scheinen jedoch vor allem im Herzkreislaufsystem aufzutreten. mehr »

Kompromiss im Tauschhandel?

18:31 Kaum verkündet, war der Kompromiss zur Pflegeausbildung auch schon wieder vom Tisch. Doch jetzt soll der Koalitionsausschuss eine Einigung bringen. Offenbar bahnt sich ein Handel zwischen CDU und SPD an. mehr »

Für die Union ist Substitution von Ärzten kein Tabu

Nichtärztliche Gesundheitsberufe sollen stärker in die Versorgung eingebunden werden, fordert die Union. Ärztepräsident Montgomery benennt die Fallstricke für solche Pläne. mehr »