Ärzte Zeitung online, 01.04.2009

Foodwatch und Nestlé schicken sich gegenseitig in den April

FRANKFURT/BERLIN (dpa). Zwei konkurrierende Unternehmen haben am 1. April Sinn für Humor bewiesen: Die Verbraucherschutzorganisation Foodwatch und der Lebensmittelkonzern Nestlé tauschten am Mittwoch im Internet Aprilscherze aus.

Zuerst brachte Foodwatch ein erfundenes Interview mit Nestlé-Chef Paul Bulcke, nach dem Nestlé für alle seine Produkte die verbraucherfreundliche Ampel-Kennzeichnung einführen wolle. Der Lebensmittelriese, der mitnichten einen Kurswechsel plant, konterte mit einem ebenso erfundenen Interview mit Foodwatch-Geschäftsführer Thilo Bode. Darin wurde Bode in den Mund gelegt, er bekenne, farbenblind zu sein und fordere Zebrastreifen auf Lebensmitteln. "Ich stehe für Schwarz-Weiß-Malerei."

Hintergrund ist der Streit um die Lebensmittelkennzeichnung in den Farben rot, gelb und grün für einen hohen, mittleren oder niedrigen Anteil an Zucker, Salz oder Fett. In Großbritannien gibt es diese Regelung bereits auf freiwilliger Basis. Während Foodwatch die Ampel für Deutschland fordert, ist Nestlé dagegen und will stattdessen Inhaltsstoffe in Tabellen aufführen.

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