Ärzte Zeitung online, 03.04.2009

Köhler für längeres Arbeiten im Alter

BERLIN (dpa). Bundespräsident Horst Köhler hat sich dafür ausgesprochen, dass ältere Menschen länger im Berufsleben bleiben. Damit könnten mehr junge Menschen zur Familiengründung ermutigt werden, sagte Köhler am Donnerstag in Berlin bei der Abschlusskonferenz des Forums Demografischer Wandel.

"Wenn wir im Berufsleben Menschen nicht schon mit Mitte 40 zum alten Eisen zählen würden, dann würde es manch einem Jüngeren leichter fallen, die Entscheidung für eine Familie zu treffen", sagte Köhler.

Das Leben sei heute zu strikt in die Phasen Lernen, Arbeiten und Ruhestand eingeteilt. Die Entscheidung für oder gegen Kinder falle damit heute ausgerechnet in die Phase mit der stärksten Arbeitslast.

"Wenn wir es ermöglichten, die Phasen und Intensität der Erwerbsarbeit anders im Lebenslauf zu verteilen, dann wäre schon sehr viel erreicht", sagte Köhler. So sollten etwa Menschen über 35 Jahre mit Stipendien weiter lernen können und für Beschäftigte über 55 Jahre betriebliche Fortbildungen angeboten werden.

Köhler verlangte darüber hinaus verstärkte Anstrengungen für eine Reform des Bildungssystems mit mehr Durchlässigkeit zwischen den Bildungsgängen. "Wir brauchen ein Bildungssystem, das ungleiche Startchancen ausgleicht", sagte Köhler. Kinder aus bildungsfernen Elternhäusern dürften nicht benachteiligt werden.

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