Ärzte Zeitung online, 05.04.2009

18 Tote bei Selbstmordanschlägen in Pakistan

ISLAMABAD (dpa). In Pakistan haben am Samstag zwei Selbstmordattentäter insgesamt 16 Menschen mit in den Tod gerissen. Bei einem vermutlich vom US-Militär geführten Raketenangriff starben 13 Menschen, darunter mehrere Militante. Ein amerikanischer UN- Mitarbeiter kam zwei Monate nach seiner Entführung wieder frei.

In der Hauptstadt Islamabad sprengte sich ein Selbstmordattentäter in einer Kaserne des Grenzschutzes in die Luft, als die Sicherheitskräfte gerade beim Abendessen saßen. Mindestens acht Grenzschützer kamen ums Leben. Vier weitere Angehörige der paramilitärischen Truppe wurden nach Angaben der Polizei verletzt. Die Kaserne liegt in einem wohlhabenden Viertel der Stadt. Dort befinden sich zahlreiche Botschaften, darunter auch die deutsche, für deren Bewachung die Grenzschützer zuständig sind.

In der unruhigen Stammesregion Nord-Waziristan im Nordwesten des Landes starben bei der Abwehr eines Selbstmordanschlags auf einen Militärkonvoi neben dem Angreifer sieben Zivilisten und ein Soldat. Nach Angaben des Militärs wollte der Selbstmordattentäter einen Militärkonvoi anzugreifen. Soldaten hätten das Feuer auf den sie verfolgenden Wagen eröffnet. Der Täter habe dann am Stadtrand von Miranshah sein mit Sprengstoff beladenes Auto zur Explosion gebracht. Unter den Toten seien zwei Schulkinder.

Ebenfalls in Nord-Waziristan kamen bei einem vermutlich vom US-Militär geführten Raketenangriff kurz nach Mitternacht 13 Menschen ums Leben, acht wurden verletzt. Ziel des Angriffs mit einer Drohne sei das Versteck eines regionalen Talibanführers im Bezirk Datta Khel gewesen, sagte ein Sprecher der pakistanischen Sicherheitskräfte. Unter den Opfern seien mehrere "ausländische" El-Kaida-Terroristen gewesen. Damit sind in Pakistan meist Kämpfer aus arabischen Staaten oder Zentralasien gemeint. Ein Stammesführer sagte dagegen, unter den Opfern seien mindestens drei Frauen und vier Kindern.

Die Stammesgebiete an der Grenze zu Afghanistan gelten als Rückzugsraum von Taliban-Kämpfern und El-Kaida-Terroristen. In den vergangenen Monaten hatten US-Streitkräfte Dutzende Luftschläge gegen Extremisten-Verstecke auf pakistanischem Staatsgebiet geführt. Meist kommen dabei Drohnen - unbemannte Flugzeuge - zum Einsatz.

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