Ärzte Zeitung online, 06.04.2009

Update 12:47 Uhr: Über 50 Tote und schwere Schäden bei Erdbeben in Italien

ROM (dpa). Ein Erdbeben der Stärke 5,8 hat am frühen Montagmorgen Mittelitalien erschüttert und mehr als 50 Menschen in den Tod gerissen. Das teilte Innenminister Roberto Maroni am Montag in L'Aquila m. In der Region Abruzzen rund um die Hauptstadt L'Aquila fielen etliche Häuser in sich zusammen, wie der italienische Zivilschutz berichtete. 50 000 Menschen sind nach Schätzungen des Zivilschutzes obdachlos.

Besonders stark von dem nächtlichen Beben betroffen seien unter anderen die Abruzzen- Orte Paganica und Poggio Picenze, berichteten italienische Medien am Montag. Es müsse mit weiteren Todesopfern gerechnet werden, da es in den historischen Zentren einiger Städte schwere Zerstörungen gebe, hieß es.

Unter den Opfern sind auch mehrere Kinder. Wie italienische Medien berichteten, ist die Zahl der Toten sogar auf 27 gestiegen. In der Hauptstadt der Region werde die Lage von Stunde zu Stunde dramatischer. Unter anderem ist ein vierstöckiges Haus eingestürzt. Unter den Trümmern könnten 15 bis 20 Menschen sein. Regierungschef Silvio Berlusconi rief den Notstand aus und sagte eine Reise nach Moskau ab, um in das Erdbebengebiet zu fahren.

Wie viele Menschen von den Trümmern verschüttet wurden, war zunächst völlig unklar. Retter befürchteten weitere Todesopfer. Nach den Angaben der Polizei gab es zudem viele Verletzte.

Italiens Zivilschutz-Chef Guido Bertolaso wehrte sich gegen den Vorwurf, Warnungen von Experten in den Wind geschlagen zu haben. Trotz der gehäuften Erdstöße der vergangenen Tage in der Region sei nicht absehbar gewesen, wann es zu einem starken Beben kommen konnte, sagte Bertolaso.

Im historischen Zentrum von L'Aquila, der Hauptstadt der Region Abruzzen, suchten Helfer in den Überresten mehrerer eingestürzter Häuser nach Verschütteten. Tausende aus dem Schlaf aufgeschreckte Menschen liefen in Panik auf die Straße. In einigen Vierteln fielen der Strom und die Telefone aus.

Das Zentrum des Bebens lag nach Angaben des italienischen Zivilschutzes in etwa fünf Kilometer Tiefe. Das Hauptbeben ereignete sich um 3.32 Uhr am frühen Montagmorgen. Kurz danach habe es ein erneutes Beben der Stärke 4,7 sowie weitere Nachbeben gegeben. In den Stunden davor hatte die Erde dort bereits zweimal stärker gebebt.

Tausende Häuser in den Abruzzen wurden beschädigt, an vielen Gebäuden zeigten sich größere Risse. Die Kuppel einer Kirche im Zentrum von L'Aquila stürzte ein, die Kathedrale wurde beschädigt. Das Beben war auch in Rom und Umgebung zu spüren. Ein Abschnitt der Autobahn nach Rom wurde gesperrt.

Die Todesopfer seien alle im Gebiet rund um L'Aquila zu beklagen. Darunter seien fünf Tote allein in dem Ort Castelnuovo, in dem Dutzende Häuser und eine Kirche eingestürzt seien. Außerdem sind nach Berichten italienischer Medien vier Kinder in einem Krankenhaus von L'Aquila gestorben.

Italiens Zivilschutzleitung informierte Staatspräsident Giorgio Napolitano und Regierungschef Silvio Berlusconi über das Erdbeben und warnte die Bevölkerung der Region davor, auf den Straßen mit dem Auto herumzufahren.

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