Ärzte Zeitung online, 07.04.2009

Zwei Tote bei Schießerei in Landgericht

LANDSHUT (dpa). Bluttat im Landshuter Landgericht: Bei einer Schießerei im Gerichtsflur sind am Dienstag zwei Menschen ums Leben gekommen. Zwei weitere Menschen erlitten Schusswunden, mehrere andere mussten mit Schocks in ärztliche Behandlung.

Am Vormittag hatte ein 60-jähriger Mann vor einem Sitzungssaal auf Beteiligte eines Zivilprozesses geschossen, sagte Polizeisprecher Leonhard Mayer am Tatort. Dabei wurden eine Frau getötet und zwei Menschen durch Kugeln schwer verletzt. Nach der Tat richtete der Schütze sich selbst.

In dem Verfahren vor einer Zivilkammer ging es um einen Erbschaftsstreit. Zunächst war unklar, ob es sich bei den Opfern um Bekannte oder Verwandte des Attentäters handelte.

Die Bluttat ereignete sich im ersten Stock des Gerichtsgebäudes. Dort sind verschiedene Sitzungssäle für Straf- und Zivilverfahren. "Gegen 10.15 Uhr war Sitzungspause und die Prozessbeteiligten haben sich nach draußen begeben, im Vorraum ist es dann zu den Schüssen gekommen", sagte Mayer. Anschließend sei der Täter in einen Raum gegangen und habe sich umgebracht.

Die beiden Schwerverletzten kamen in Kliniken. Es handelt sich um eine Frau und einen Mann. Sie sind nicht in Lebensgefahr. Zudem sind mehrere Menschen leichter verletzt worden.

Nach der Schießerei wurde das Gerichtsgebäude evakuiert und von Einsatzkräften abgeriegelt. Auch die Polizei hatte zunächst nur vage Informationen zu der Tat. Als klar war, dass sich auch der Täter erschossen hatte und keine Gefahr mehr bestand, übernahmen Kriminalbeamte die Spurensicherung. Weitere Informationen wollte die Polizei im Laufe des Dienstags bei einer Pressekonferenz mitteilen.

Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) zeigte sich bestürzt. "Das ist wiederum eine unbegreifbare Tat", sagte er in Berlin. Er bekräftigte, dass das bayerische Kabinett nach Ostern über eine Verschärfung der Waffenkontrolle beraten werde. "Mir erscheint nach allen Informationen, die wir in den letzten Wochen gesammelt haben, die Kontrolle des Waffenrechts als ein Schwachpunkt."

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