Ärzte Zeitung online, 10.04.2009

Polizei stoppt Geiselnehmer mit acht Schüssen

HAMBURG (dpa). Wilde Verfolgungsjagd in Hamburg: Nach seiner halsbrecherischen Flucht durch die Hansestadt hat die Polizei einen 45 Jahre alten Geiselnehmer mit acht Schüssen gestoppt. Der Mann rammte mit dem Auto seines Opfers mehrere andere Wagen, bevor er an einer Verkehrsinsel einen Unfall baute, aus dem Wrack sprang und seine Waffe auf die Beamten richtete.

Als der 45-Jährige mit der Gaswaffe schoss, erwiderten die Polizisten das Feuer - und streckten ihn mit acht Schüssen nieder. In einer Notoperation konnten Ärzte das Leben des Mannes retten, der Schwerverletzte wurde in ein künstliches Koma versetzt. Die Geisel kam mit dem Schrecken davon, wie die Polizei am Donnerstag mitteilte.

Auf dem Parkplatz eines Supermarktes im Stadtteil Dulsberg hatte der Mann am Mittwochabend einen 35-Jährigen als Geisel genommen. Er lauerte dem jüngeren Mann, der gerade eingekauft hatte, hinter einem Lastwagen auf, bedrohte ihn mit der Waffe und zwang ihn auf den Rücksitz seines Autos. Die Geisel musste ihn zu einer Bank lotsen und dort 1000 Euro Bargeld abheben. Sonst werde er der Familie des Opfers etwas antun, drohte der Mann. Im Vorraum der Filiale gelang es dem 35-Jährigen jedoch, sich hinter einem Pfeiler zu verstecken und per Handy heimlich die Polizei zu alarmieren. Der Geiselnehmer - er ist den Beamten bereits wegen mehrerer Raubtaten sowie als Drogenkonsument bekannt - wartete währenddessen im Auto.

Als plötzlich ein Streifenwagen auftauchte, gab der 45-Jährige Gas und ließ seine Geisel in der Bank zurück. Die Polizei verfolgte ihn durch den Osten der Hansestadt, bis der Mann den Wagen an einer Verkehrsinsel gegen einen Mast setzte. Danach lief er auf den Bürgersteig vor einem Imbiss und eröffnete das Feuer. Die Beamten schossen zurück, der 45-Jährige sank getroffen zusammen. "Da, wo geschossen wurde, waren keine Passanten", erzählte eine Polizeisprecherin. Etwa 15 Streifenwagen waren im Einsatz.

Eine Blutprobe des Mannes wird auf Drogen und Alkohol untersucht. Das Ergebnis lag am Donnerstag zunächst nicht vor. Die Mordkommission und die Dienststelle Interne Ermittlungen untersuchen den Fall. Zwei Beamte gaben den Angaben zufolge die acht Schüsse ab. Polizisten wurden bei dem Einsatz nicht verletzt.

Topics
Schlagworte
Panorama (30488)
Krankheiten
Suchtkrankheiten (4282)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Hohes Sterberisiko bei Ausbruch in der Adoleszenz

Wenn sich Typ-1-Diabetes in einem besonders vulnerablen Alter manifestiert, brauchen Betroffene viel Aufmerksamkeit. Sie haben ein hohes Risiko, an Komplikationen zu sterben. mehr »

100 Prozent Zustimmung

Die KBV-Vertreterversammlung präsentiert sich in neuer Einigkeit und richtet die Speere – wieder – nach außen. Klare Kante gegenüber dem Gesetzgeber und den Krankenhäusern. "Wir sind auf Kurs", meldete KBV-Chef Gassen. mehr »

Herz-Kreislauf-Risiko von Anfang an im Blick behalten!

Bei RA-Patienten sind Herz-Kreislauf-Erkrankungen die wichtigste Todesursache. Die aktuellen Therapiealgorithmen zielen nicht zuletzt darauf ab, die Steroidexposition zu begrenzen. mehr »