Ärzte Zeitung online, 10.04.2009

Mutmaßlicher Kinderschänder auf Philippinen gefasst

HAMBURG (dpa). Einen mutmaßlichen Kinderschänder aus Hamburg haben Zielfahnder des Landeskriminalamts auf den Philippinen aufgespürt. Der einschlägig vorbestrafte 47-Jährige soll zwei anfangs fünf und sieben Jahre alte Mädchen in der Hansestadt fast zwei Jahre lang sexuell schwer missbraucht haben, wie die Polizei am Donnerstag mitteilte.

Die Ermittler waren dem Mann mit einer DVD auf die Spur gekommen, auf der Bilder der Vergewaltigungen und Kindesmisshandlungen zu sehen waren. Der Verdächtige sitzt in philippinischer Abschiebehaft und soll nach Deutschland ausgeliefert werden.

Die DVD lag in einem Rekorder, den eine junge Frau bereits im Mai 2008 als Weihnachtsgeschenk für ihre Mutter gekauft hatte. Als sie das Gerät kurz vor Heiligabend testen wollte, entdeckte sie die Fotos und alarmierte die Polizei. Die Ermittler stellten fest, dass der Rekorder ursprünglich dem 47-Jährigen gehörte. Die Frau hatte das Gerät allerdings einem Mann abgekauft, bei dem der Verdächtige Schulden hatte - und der ihm den DVD-Rekorder daher als eine Art Gegenleistung weggenommen hatte. Anschließend setzte sich der 47- Jährige auf die Philippinen ab.

Weil ein Polizist die beiden kleinen Mädchen vom Sehen kannte, gelang es den Ermittlern, sie zu identifizieren. Inzwischen sind die Kinder acht und neun Jahre alt. Der Verdächtige wohnte in ihrer Nachbarschaft, er hatte sich den Ermittlungen zufolge das Vertrauen der Mädchen erschlichen und sie mehrfach in seine Wohnung bestellt. "Da der Tatverdächtige den Kindern konkret gedroht hatte, vertrauten sie sich niemandem an", heißt es in der Mitteilung.

In der Nähe von Manila wurde der per Haftbefehl gesuchte Mann nun mit Unterstützung der philippinischen Strafverfolgungsbehörden gefasst. Er werde vermutlich erst in mehreren Wochen an Deutschland ausgeliefert, sagte ein Polizeisprecher. Der 47-Jährige war nach Angaben der Hamburger Staatsanwaltschaft bereits 2001 wegen schweren sexuellen Missbrauchs von Kindern zu einer Haftstrafe von vier Jahren verurteilt worden.

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