Ärzte Zeitung online, 14.04.2009

Aigner gibt Genmais-Entscheidung bekannt

BERLIN (dpa). Bundesagrarministerin Ilse Aigner (CSU) will am Dienstag ihre Entscheidung über ein mögliches Anbauverbot von Genmais bekannt geben. Dabei geht es um das genetisch veränderte Saatgut MON 810 des Konzerns Monsanto.

Das Ministerium hatte dazu in den vergangenen Wochen Untersuchungen über mögliche Gefahren für Natur und Umwelt ausgewertet.

Der Mais des Saatgutunternehmens Monsanto ist derzeit die einzige Genpflanze, die Bauern in Deutschland auf die Äcker bringen dürfen. In dem Mais soll ein künstlich hergestelltes Gen den Schädling Maiszünsler, einen Schmetterling, bekämpfen. Bundesweit ist für dieses Jahr eine Anbaufläche von knapp 3600 Hektar geplant, vor allem in Ostdeutschland. Wegen unklarer Folgewirkungen ist der Genmais-Anbau in einigen EU-Staaten bereits verboten.

Die Grünen fordern ein Anbauverbot der Genmais-Sorte Mon 810, um zunächst die Risiken umfassend untersuchen zu lassen. "Frau Aigner kann und muss einen Anbaustopp für Mon 810 verhängen", bekräftigte Grünen-Fraktionschefin Renate Künast in der "Passauer Neuen Presse". "Mit einem Anbaustopp kann sie beweisen, dass es der CSU nicht nur um Wahlkampf-Rhetorik geht." Künast spielte damit auf die am Osterwochenende von Bayerns Umweltminister Markus Söder (CSU) erneut erhobene Forderung an, Deutschland zur "gentechnik-anbaufreien" Zone zu machen. In Bayern ist der Anbau von Genmais besonders umstritten.

Laut Künast finden sich in Honig Genmais-Pollen, obwohl es für Mon 810 keine Zulassung als Lebensmittel gebe. Das berechtige Aigner dazu, die Sortenzulassung auszusetzen. "Schließlich ist sie auch für die Vorsorge und den Schutz der Bevölkerung verantwortlich", sagte die Grünen-Politikerin. "Damit hätte Frau Aigner zunächst Luft gewonnen, um die weiteren Gefahren des Genmaises zu untersuchen."

Die Grünen-Politikerin Bärbel Höhn kritisierte die bayerische CSU. "Die CSU, die jetzt lamentiert und sagt, sie wollen den Genmais nicht, hat uns das ganze Problem eingebrockt", sagte Höhn der "Rheinischen Post". "Horst Seehofer hat den MON 810 in seiner Zeit als Landwirtschaftsminister erst zugelassen."

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