Ärzte Zeitung online, 16.04.2009

Schönheits-Operation mit Tierarzt-Besteck

BARCELONA (dpa). Mit Geräten eines Tierarztes hat ein falscher Arzt in Barcelona Schönheitsoperationen vorgenommen. Wie die Polizei am Mittwoch berichtete, konnte der 63-jährige Spanier weder medizinische Zeugnisse noch eine Zulassung der Gesundheitsbehörden vorweisen.

Die Eingriffe seien "unter erbärmlichen hygienischen Bedingungen" in einer kleinen, dreckigen Wohnung vorgenommen worden. Der Mann lebte dort mit drei Hunden, einer Katze und einem Papagei.

Der Mann wurde festgenommen und kam in Untersuchungshaft. Bei Eingriffen zu Brustvergrößerungen habe er den Patientinnen Silikon mit Pistolen eingespritzt, die normalerweise von Tierärzten verwendet werden. Die Spritzgeräte seien nach dem Gebrauch nicht desinfiziert worden. In der "Praxis" habe es überhaupt keine Anlage gegeben, um Geräte zu desinfizieren.

Die Operationen seien mit Preisen von 250 bis 500 Euro relativ billig gewesen. Daher habe der falsche Arzt Patientinnen aus verschiedenen Teilen Spaniens behandelt. Unter den Kunden seien auch viele Transsexuelle gewesen, die sich die Brust vergrößern lassen wollten. Die Polizei war dem Mann durch den Hinweis eines Arztes auf die Spur gekommen. Der Mediziner hatte eine Patientin behandelt, die nach einer Operation bei dem Verdächtigen lebensgefährliche Folgeschäden erlitten hatte.

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