Ärzte Zeitung online, 17.04.2009

Sudan will wieder ausländische Helfer zulassen

NAIROBI/KHARTUM (dpa). Die sudanesische Regierung will nach der Ausweisung von Hilfsorganisationen und der Ankündigung einer "Sudanisierung" der Hilfe doch wieder ausländische Helfer zulassen. Das berichtete der US-Senator John Kerry, der sich derzeit zu Gesprächen im Sudan aufhält.

Bei Treffen mit Vertretern der Regierung in Khartum sei ihm versichert worden, dass "einige der Kapazitäten" zur Hilfe für die Menschen in der westsudanesischen Konfliktregion Darfur "wiederhergestellt" würden. So zitierte die Zeitung "Sudan Tribune" am Freitag in ihrer Online-Ausgabe den Vorsitzenden des Ausschusses für Auswärtige Angelegenheiten des US Senats.

Die sudanesische Regierung hatte 13 Hilfsorganisationen ausgewiesen, nachdem der Internationale Strafgerichtshof in Den Haag am 4. März Haftbefehl gegen den sudanesischen Präsidenten Omar al-Baschir wegen Kriegsverbrechen in Darfur erlassen hatte. Die sudanesischen Behörden werfen den betroffenen Hilfsorganisationen Zusammenarbeit mit dem Gericht vor. Die UN befürchten, dass das Arbeitsverbot für die Helfer gravierende Folgen für die Versorgung von mehr als einer Millionen Flüchtlingen in Darfur hat.

Kerry warnte, dass die jetzt angekündigte Wiederzulassung nur einiger ausländischer Hilfsorganisationen für die Versorgung der 2,3 Millionen Flüchtlinge in der westsudanesischen Konfliktprovinz Darfur womöglich nicht ausreiche. Gleichzeitig rief er die Rebellen in Darfur zu einer Rückkehr an den Verhandlungstisch auf. Ohne Frieden für Darfur drohten in der Region weitere blutige Konflikte, sagte er.

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