Ärzte Zeitung online, 22.04.2009

Weitere trügerische Genspuren in BKA-Datenbank

WIESBADEN (dpa). In der Datenbank des Bundeskriminalamtes (BKA) gibt es weitere trügerische Genspuren, die auf verunreinigtes Untersuchungsmaterial wie Wattestäbchen zurückgehen. Solche Fälle würden nach der fälschlichen Verkettung des Mords an einer Polizistin in Heilbronn mit anderen Straftaten geprüft, teilte das BKA am Mittwoch in Wiesbaden mit.

Polizisten in ganz Deutschland hatten jahrelang nach dem Mord an der Kollegin in Heilbronn im April 2007 ein angebliches Phantom gejagt. Seit Ende März steht jedoch fest, dass die aufgrund einer Gen-Spur jahrelang gesuchte Frau, die mit mehreren Morden und zahlreichen Einbrüchen in Verbindung gebracht worden war, gar nicht existiert. Die an vielen Tatorten gefundene DNA gehört einer Arbeiterin, die Wattestäbchen für die Spurensicherung zusammensetzte.

Seit dem 6. April forschen Kriminaltechniker aus Bund und Ländern in den Daten nach ähnlichen Fällen. Es "zeichnet sich bereits zum jetzigen Zeitpunkt ab, dass es weitere Spur-Spur-Treffer gibt, die auf Kontaminationen von Verbrauchsmaterial zurückzuführen sind", hieß es in einer BKA-Mitteilung. Zu Art und Umfang der Trugspuren könnten noch keine Angaben gemacht werden. Die Arbeitsgruppe soll Verfahren entwickeln, um fälschliche Verkettungen auszuschließen.

Genspuren seien trotz der Panne ein wichtiges Beweismittel, erklärte das BKA: "Vorsorglich wird darauf hingewiesen, dass damit der für das gerichtliche Verfahren DNA-Spur-Personen-Abgleich auch weiterhin nicht in Zweifel zu ziehen ist."

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