Ärzte Zeitung online, 23.04.2009

Stammzellen ohne Gen-Hilfe gewonnen

CAMBRIDGE/MÜNSTER (dpa). Einer deutsch-amerikanischen Forschergruppe ist ein Durchbruch in der Stammzelltechnik gelungen. Die Biologen programmierten Zellen aus dem Bindegewebe von Mäusen in eine Art embryonale Stammzellen zurück, ohne dafür Gene in die Mäusezellen einzuschleusen.

Professor Hans Schöler vom Max-Planck-Institut für molekulare Biomedizin in Münster und seine US-Kollegen gaben lediglich einige Eiweiße (Proteine) zu den Zellen. Die Proteine stellten die Lebensuhr der Zellen zurück.

Die so gewonnenen piPS-Zellen (protein-induced pluripotent stem cells) entwickelten sich in die drei grundlegenden embryonalen Strukturen, aus denen später alle Organe und Gewebe hervorgehen. Sie könnten eines Tages ein Ersatz für die ethisch umstrittenen embryonalen Stammzellen werden. Auf dieses Verfahren haben viele Forscher hingearbeitet.

Weil die Gruppe im Gegensatz zu anderen Forschern keinerlei zusätzliche Gene einsetzte, umging sie geschickt die potenzielle Gefahr von Krebs bei einem möglichen späteren medizinischen Einsatz dieser Zellen. Das Team unter Leitung von Sheng Ding vom Scripps Research Institute in Kalifornien beschreibt die Arbeit im Journal "Cell Stem Cell" (online vorab).

"Das ist genial", lobte Professor Wolfgang-Michael Franz vom Universitätsklinikum Großhadern in München. "Das ist ein ganz wichtiger Durchbruch auf dem Gebiet der Rückprogrammierung." Darauf hätten viele Forscher gewartet, vor allem, weil damit einmal das ethische Dilemma um die Arbeit mit embryonalen Stammzellen umgangen werde.

Zur Studie "Generation of Induced Pluripotent Stem Cells Using Recombinant Proteins"

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