Ärzte Zeitung online, 24.04.2009

Erste Hilfe nur bei jedem fünften Notfall

WEIMAR (dpa). Unfallopfer und Notfallpatienten erhalten nach Einschätzung von Ärzten nur in jedem fünften Fall vor Eintreffen der Rettungskräfte Erste Hilfe. "Je schwerer die Verletzung, desto geringer ist die Bereitschaft zur Hilfe", sagte der Mediziner Dr. Jens Reichel von der Universität Jena am Freitag in Weimar.

Viele Menschen hätten Angst, ihre oft vor langer Zeit erworbenen Kenntnisse in Erster Hilfe anzuwenden. Dabei könnten etwa nach einem Herz- Kreislauf-Stillstand die ersten Minuten lebensrettend sein.

Eigentlich sei in einem Notfall jeder Bürger zur Hilfeleistung verpflichtet, sagte Reichel. Viele hätten jedoch Angst, etwas falsch zu machen. "Herzdruckmassage und Beatmung ist aber jedem zuzumuten." Der Jenaer Notfallmediziner Raik Schäfer plädierte für eine regelmäßige Auffrischung des Erste-Hilfe-Wissens nach jeweils fünf Jahren.

Lesen Sie dazu auch:
Zur Reanimation gehört Beatmung immer dazu
Was ist neu bei Reanimationen?

Topics
Schlagworte
Panorama (30672)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Was schützt wirklich vor der prallen Sonne?

Auch beim Sonnenschutz setzen immer mehr Menschen auf Naturprodukte. Forscher haben die Schutzwirkung von Samen und Ölen untersucht - mit zwiegespaltenem Ergebnis. mehr »

"Abwarten und Teetrinken geht nicht mehr"

Unser London-Korrespondent Arndt Striegler beobachtet die Brexit-Verhandlungen hautnah - und ist verwundert über die May-Regierung, während die Ärzte immer mehr in Panik verfallen. mehr »

Pflege bleibt Problembereich

Der Abrechnungsbetrug im Gesundheitswesen ist 2016 drastisch zurückgegangen. Die erweiterten Kontrolloptionen der Leistungsträger müssen aber erst noch Wirkung zeigen. mehr »