Ärzte Zeitung online, 04.05.2009

Heilpraktiker fordern mehr Geld für Forschung

HANNOVER (dpa). Deutsche Heilpraktiker fordern von der Bundesregierung mehr Fördermittel für ihre Forschungen. "Obwohl etwa 70 Prozent der Deutschen Angebote von Heilpraktikern nutzen, erhalten wir deutlich weniger als 0,01 Prozent des Forschungs- und Entwicklungsetats", sagte Monika Gerhardus, Präsidentin der Union Deutscher Heilpraktiker (UDH), in Hannover.

Für die Entwicklung von Therapiemöglichkeiten oder Studien stünden ihnen lediglich rund 600 000 Euro zur Verfügung. Der Gesamtetat umfasst etwa 11 Milliarden Euro. Am Wochenende fanden in Hannover die Heilpraktikertage mit rund 3000 Teilnehmern statt.

   "Wir bräuchten mindestens das Dreifache der bisherigen Zuwendungen, um erfolgreich forschen zu können", sagte Gerhardus zur dpa. Zwar gebe es bereits Forschungsergebnisse. Die seien aber bei weitem nicht in dem Umfang wie sie die chemisch orientierte pharmazeutische Industrie erstellen können. "Das liegt daran, dass solche Projekte sehr viel Geld benötigen und das hat die Branche der Naturheilkunde nicht zur Verfügung." Die naturheilkundlichen Arzneimittelfirmen könnten das allein nicht schultern. "Das sind in der Regel kleine und kleinste Unternehmen", sagte die UDH-Präsidentin.

   Zudem sei es schwierig die rechtlichen Forderungen über die wissenschaftliche Wirksamkeit der Mittel zu erfüllen. "In der Naturheilkunde wiegt Erfahrung mehr als Wissenschaftlichkeit. Da sind wir in einem großen Dilemma." Die Naturheilkunde lasse sich nicht immer logisch und absolut wissenschaftlich nachweisen. Oft wirke ein Medikament - ob homöopathisch oder nicht - bei jedem Menschen anders.

   Bundesweit gebe es rund 20 000 zugelassene Heilpraktiker, die durchschnittlich 15 Millionen Behandlungen im Jahr durchführen. Dabei erwirtschaften sie nach Verbandsschätzungen jährlich mehr als eine Milliarde Euro. Geld, das die Patienten in der Regel selbst bezahlen, da die gesetzlichen Kassen die Kosten für heilpraktische Behandlungen nicht übernehmen.

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