Ärzte Zeitung online, 12.05.2009

Luzenko tritt nach Randale in Frankfurt zurück

KIEW (dpa). Eine Woche nach seiner Randale auf dem Frankfurter Flughafen hat der ukrainische Innenminister Juri Luzenko (44) seinen Rücktritt eingereicht. Der umstrittene Minister habe das Parlament in einem Brief um Entlassung gebeten, sagte Parlamentspräsident Wladimir Litwin an Dienstag in Kiew nach Angaben der Agentur Interfax.

Luzenko und sein Sohn hatten bei einer Zwischenlandung am Frankfurter Flughafen Anfang Mai betrunken randaliert. Beide waren von der deutschen Polizei abgeführt worden. Bei der Auseinandersetzung am 4. Mai waren vier Beamte verletzt worden. Anschließend hatte der ukrainische Präsident Viktor Juschtschenko die Regierung mit der Überprüfung des Zwischenfalls beauftragt.

Unmittelbar nach dem Eklat hatte die ukrainische Regierung der Darstellung der deutschen Behörden zunächst widersprochen. Ein Lufthansa-Flugkapitän hatte Luzenko und seinen 19 Jahre alten Sohn nicht mit auf den Flug nach Südkorea nehmen wollen, weil sie betrunken waren. Das führte laut Medien zu der Auseinandersetzung.

Der 44-jährige Luzenko, der an der Seite von Juschtschenko 2004 in der "Orangenen Revolution" einen Machtwechsel in der Ukraine erreicht hatte, ist in seiner Heimat umstritten. Luzenko steht im Verdacht, vor einem Jahr den Kiewer Bürgermeister Leonid Tschernowezki im Streit ins Gesicht geschlagen zu haben. Eine ukrainische Gewerkschaft erklärte Luzenko zudem zu einem "Feind der freien Presse", da der Minister wiederholt versucht habe, Einfluss auf die Berichterstattung eines TV-Senders zu nehmen.

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