Ärzte Zeitung online, 12.05.2009

Sieg für Pfizer: Blaue Kürbiskerne "Styriagra" werden verboten

WIEN (dpa). In einem Rechtsstreit des weltgrößten Pharma-Konzerns Pfizer gegen einen Obstbauern aus der österreichischen Steiermark hat das Oberlandesgericht Wien jetzt dem Pharma-Riesen recht gegeben. Richard Mandl aus Knottendorf darf künftig seine mit hellblauem Zuckerbelag versüßten Kürbiskerne mit dem bezeichnenden Titel "Styriagra" nicht mehr verkaufen.

Das Produkt sei in Form und Namen der erfolgreichen Potenzpille "Viagra" des US-Herstellers zu ähnlich, meinten die Richter. Im Januar hatte das österreichische Handelsgericht ein Unterlassungsbegehren von Pfizer mit der Begründung abgelehnt, eine Verwechselung sei kaum zu erwarten, da aufgrund der unterschiedlichen Abnehmerkreise eine Verwechslungsgefahr wohl nicht bestehe, zumal Viagra ja verschreibungspflichtig sei. Das berichtete die Nachrichtenagentur APA am Dienstag.

Kürbiskerne dagegen seien ein Lebensmittel. Zwar bestätigen Mediziner dem Kürbiskern und insbesondere dem aus ihm gewonnenen Kürbiskernöl eine positive Wirkung bei Prostata-Leiden, als Potenzförderer haben sich die kleinen Kerne bisher allerdings noch nicht hervorgetan.

Landwirt Mandl kommt seine witzige Geschäftsidee vermutlich teuer zu stehen. Er muss nicht nur die Kosten des Verfahrens, sondern auch Schadensersatz in Höhe von mehreren Tausend Euro zahlen. Mandls Anwalt hat seinem Mandanten jedenfalls empfohlen, schon aus Kostengründen auf eine Berufung gegen Pfizer zu verzichten.

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