Ärzte Zeitung online, 13.05.2009

Lange Haft für Marihuana-Produktion mit hohem Wirkstoffgehalt

ARNSBERG (dpa). Für illegalen Drogenanbau in großem Stil hat das Arnsberger Landgericht am Dienstag einen 41-Jährigen zu sechs Jahren und elf Monaten Haft verurteilt. Der gelernte Computer-Experte gehörte zu einer Bande, die in angemieteten Fabrikhallen zwischen 2001 und 2007 Cannabis im Wert von mehr als sieben Millionen Euro angebaut hatte.

Die Bande hatte es geschafft, Marihuana mit extrem hohem Wirkstoffgehalt zu produzieren (wir berichteten). Der Angeklagte war für die Organisation der professionellen Plantagen in Hessen und im Sauerland verantwortlich. Er verdiente an den Drogengeschäften rund eine halbe Million Euro. Er war an elf Ernten beteiligt, bei denen mehr als zwei Tonnen Marihuana produziert wurden. "Das sind etwa 17 Millionen Konsumeinheiten", rechnete der Staatsanwalt vor. "Das würde reichen, um ganz Nordrhein-Westfalen vom Baby bis zum Greis mit einem Joint zu versorgen."

Aufgeflogen war die straff organisierte Bande zufällig, als im Sommer 2007 ein Hochwasser im Sauerland eine der Drogenfabriken zu überfluten drohte und Feuerwehrleute das Rauschgift entdeckten. Später stießen die Ermittler auf weitere Fabriken im Großraum Frankfurt/Offenbach. Vom zwölfköpfigen Kern der Bande sind bereits sieben Männer verurteilt, drei warten noch auf ihren Prozess. Zwei Männer sind flüchtig. Der Bandenchef wird mit internationalem Haftbefehl auf dem Balkan gesucht.

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