Ärzte Zeitung online, 18.05.2009

Transsexualität ist in Frankreich keine Geisteskrankheit mehr

PARIS (dpa). Transsexualität soll in Frankreich künftig nicht mehr als Geisteskrankheit gelten. Zum internationalen Tag gegen Homophobie an diesem Sonntag habe Gesundheitsministerin Roselyne Bachelot "ein starkes Signal" setzen wollen, hieß es nach Medienangaben von Sonntag. Die französische Gesundheitsbehörde sei aufgerufen worden, die Einstufung von Transsexualität als psychische Krankheit aufzuheben.

Vereinigungen von Homosexuellen begrüßten die Entscheidung als "ersten Schritt in die richtige Richtung". Auch die Weltgesundheitsorganisation WHO sollte sich diesem Weg anschließen, sagte ein Sprecher des Kollektivs gegen die Homophobie im französischen Rundfunk. "Es gilt jetzt, die täglichen Diskriminierungen abzubauen und die Regeln für die Geschlechtsumwandlung zu erleichtern".

Einem Aufruf der Tageszeitung "Le Monde" (Sonntagsausgabe) gegen Homophobie haben sich Politiker wie der grüne Europaparlamentarier Daniel Cohn-Bendit und Persönlichkeiten wie die Literaturnobelpreisträgerin Elfriede Jelinek und der französische Mediziner Luc Montagnier angeschlossen.

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