Ärzte Zeitung online, 20.05.2009

Umfrage: Mehrheit der Bürger lehnt Gentechnik ab

BERLIN (dpa). Mehr als drei Viertel der Bundesbürger lehnen genveränderte Lebensmittel ab. Das ergab eine Forsa-Umfrage für die Organisation Slow Food, die am Dienstag in Berlin veröffentlicht wurde. In Westdeutschland sprechen sich 80 Prozent der rund 1000 Befragten gegen gentechnisch veränderte Lebensmittel aus, auch wenn diese günstiger sein sollten, im Osten sind es 70 Prozent.

Die Skepsis ist etwas größer bei Frauen und bei älteren Bürgern. Rund vier von fünf Bundesbürgern halten das Genmais-Anbauverbot für MON 810 von Agrarministerin Ilse Aigner (CSU) für richtig.

Forschungsministerin Annette Schavan (CDU) und Aigner wollen an diesem Mittwoch bei einem Runden Tisch mit 25 Vertretern aus Forschung, Landwirtschaft und Kirchen über den weiteren Kurs in der Gentechnik-Forschung sprechen. Schavan macht sich für einen Kompromiss stark. "Die Rahmenbedingungen der Genforschung müssen so sein, dass höchster Schutz von Mensch und Umwelt gewährleistet ist", sagte sie der Online-Ausgabe des "Hamburger Abendblatts". Schavan betonte aber: "Ich halte es für notwendig, dass wir nicht nur über die Risiken, sondern auch über das Potenzial dieser Forschung sprechen." In der kommenden Wahlperiode sollte es ein "umfassendes Forschungsprogramm" geben.

Der Naturschutzbund NABU fordert mehr Erkenntnisse über die Wirkung des Gifts im Genmais auf Bienen, andere Schmetterlinge als den Schädling Maiszünsler und auf Käfer. Aigner hatte den Anbau von MON 810 verboten, weil mehrere aktuelle Studien auf mögliche Risiken für die Umwelt hinweisen. Der Bund für Ökologische Lebensmittelwirtschaft verlangte eine gleichberechtigte Förderung der Forschung zum Öko-Landbau.

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