Ärzte Zeitung online, 20.05.2009

Akupunktur für Pflanzen

HAMBURG (dpa). Akupunktur bei Tabak: Was zunächst an moderne Methoden zur Raucher-Entwöhnung erinnert, ist bei Anna-Marie Scharr wörtlich gemeint: "Wir haben die kleinsten Akupunktur-Nadeln genommen und sie beim Tabak in die Sprossachse oder das Stielende der Blätter gesteckt. Das Ergebnis des Versuchs war, dass diese Pflanzen viel schneller gewachsen sind und zum Beispiel doppelt so viele Blüten gebildet haben wie Tabakpflanzen ohne Nadel."

Mit ihrem Projekt haben es die 18-jährige Nachwuchsforscherin aus der Nähe von Rostock und ihre Team-Partnerin Thea Riebe bis ins Bundesfinale von "Jugend forscht" geschafft. Dort hoffen die beiden Schülerinnen auf einen der fünf Preise in ihrem Fachgebiet Biologie, in dem 18 Projekte gegeneinander antreten. Ihre akupunktierten Tabakpflanzen sind mittlerweile über einen Meter hoch.

Doch selbst wenn sie beim Bundesfinale leer ausgehen sollten - ihr Forschungsprojekt hat schon jetzt neue Impulse gesetzt. "Unsere Ergebnisse sollen bald am Julius Kühn-Institut, dem Bundesforschungsinstitut für Kulturpflanzen, weiter umgesetzt werden. Dort sind Stress-Experimente mit Kartoffeln geplant, die dann ebenfalls akupunktiert werden sollen", sagte die Betreuerin Regine Schütt. Und wer weiß, möglicherweise gehören zur Ausrüstung eines jeden Gärtners bald nicht nur Forke und Spaten, sondern auch viele kleine, dünne Nadeln.

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