Ärzte Zeitung online, 26.05.2009

Scientology in Frankreich vor Gericht

PARIS (dpa). Unter großem Medieninteresse hat am Montag in Paris ein Strafprozess gegen die umstrittene Organisation Scientology begonnen. Der Organisation, die sich als Kirche bezeichnet, wird Betrug vorgeworfen. Im Falle einer Verurteilung droht ihrer zentralen Pariser Organisation im schlimmsten Falle die Auflösung.

In einem ähnlichen Prozess war Scientology 2003 allerdings in Paris vom Betrugsvorwurf freigesprochen worden. Zudem plädiert diesmal neben der Verteidigung auch die Staatsanwaltschaft gegen eine Verurteilung.

Der Prozess wurde vom Untersuchungsrichter Jean-Christophe Hullin ins Rollen gebracht, der in Scientology weniger eine Kirche als ein Wirtschaftsunternehmen sieht. Angeklagt sind die Pariser Spirituelle Scientology-Vereinigung ASES-CC und ihre Bücherei SEL sowie sieben Scientologen. Sie sollen unter anderem in den 90er Jahren eine Frau dazu verleitet haben, mehr als 21 000 Euro für Bücher, Medikamente und Kurse zur Lebensbewältigung ausgegeben zu haben. Scientology erklärt, stets öffentlich zu handeln, also nicht zu betrügen. Für ihre Anwälte sind Glaubensfragen nicht justiziabel. Das Verfahren ist bis Mitte Juni angesetzt.

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