Ärzte Zeitung online, 28.05.2009

Forscher-Schwindel: Disziplinarverfahren an Uni Göttingen

GÖTTINGEN (dpa). In der Affäre um erfundene Publikationen und die falsche Verwendung von Fördermitteln geht die Universität Göttingen nun auch selbst gegen mehrere Forscher der Hochschule vor. Präsident Kurt von Figura hat Disziplinarverfahren gegen drei Professoren eines Sonderforschungsbereichs eingeleitet, der sich mit tropischen Regenwäldern in Indonesien befasst.

Es bestehe der Verdacht, dass die Professoren gegen die Richtlinien der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) zur korrekten Verwendung von Drittmitteln verstoßen haben, teilte die Hochschule am Mittwoch mit.

Auch die Staatsanwaltschaft ermittelt in dieser Sache. Nach Untersuchungen der DFG und eigenen Recherchen der Universität sollen zusammen etwa 450 000 Euro im Zeitraum von 2003 bis 2008 zweckwidrig verwendet worden sein. Die DFG fordert das Geld zurück.

Am Dienstag hatte die Staatsanwaltschaft Göttingen mitgeteilt, dass sie im Zusammenhang mit der Affäre Ermittlungen wegen versuchten Betruges und Untreue gegen nicht näher benannte Mitarbeiter der Universität eingeleitet hat. 16 Mitarbeiter des Sonderforschungsbereichs sollen zudem versucht haben, sich mit falschen Publikationslisten weitere Fördergelder in Millionenhöhe von der DFG zu erschleichen.

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