Ärzte Zeitung online, 29.05.2009

Welthungerhilfe warnt vor Hungerkatastrophe

BERLIN(dpa). Wegen der globalen Wirtschaftskrise fürchtet die Welthungerhilfe eine Hungerkatastrophe von noch nie dagewesenem Ausmaß. Die Präsidentin der Hilfsorganisation, Bärbel Dieckmann, warnte am Donnerstag in Berlin davor, dass die Zahl der Hungernden rund um den Globus in diesem Jahr erstmals die Milliardengrenze überschreiten könnte.

Zugleich forderte sie die großen Industrienationen auf, keinesfalls die Entwicklungshilfe zu kürzen.

Nach UN-Schätzungen können heute bereits 963 Millionen Menschen ihren täglichen Bedarf an Nahrungsmitteln nicht decken. Die meisten davon leben in Asien und Afrika. Durch die Krise werden demnach mehr als 50 Millionen Menschen zusätzlich unter die absolute Armutsgrenze fallen. Als völlig verarmt gilt demnach, wer weniger als 0,75 Euro pro Tag zur Verfügung hat.

Dieckmann - derzeit noch SPD-Oberbürgermeisterin von Bonn - verwies darauf, dass kaum ein Entwicklungsland in der Lage sei, selbst ein Konjunkturpaket aufzulegen. Die Menschen in den ärmsten Staaten der Welt seien vielfach besonders von der Krise betroffen.

An die Industrieländer appellierte die Welthungerhilfe, mindestens ein Prozent ihrer milliardenschweren Konjunkturprogramme für Entwicklungshilfe auszugeben. "Rettungspakete sind wichtig", sagte Dieckmann. "Aber Nullen allein machen nicht satt."

Die Welthungerhilfe legte zugleich ihren neuen Jahresbericht vor. Demnach nahm sie im vergangenen Jahr 37,1 Millionen Euro Spenden ein. Aus öffentlichen Haushalten standen ihr knapp 102 Millionen Euro zur Verfügung. Der Schwerpunkt der Arbeit lag in Afrika.

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