Ärzte Zeitung online, 29.05.2009

Kind zwischen Kot und Katzendreck: Eltern verurteilt

HANN.MÜNDEN(dpa). Weil ihr dreijähriger Sohn in einer vermüllten Wohnung zwischen seinem eigenen Kot und Katzendreck leben musste, hat das Amtsgericht Hann.Münden ein Elternpaar zu jeweils 120 Tagessätzen Geldstrafe verurteilt. Der 33-jährige Mann und seine 27 Jahre alte Lebensgefährtin seien der Verletzung ihrer Fürsorgepflicht schuldig gesprochen worden, sagte Gerichtsdirektor Wilfrid Kraft am Freitag.

Die Eltern seien offenbar unfähig, ein Kind zu betreuen. Der Dreijährige befinde sich inzwischen in einer Pflegefamilie.

Eine Nachbarin hatte das verwahrloste Kleinkind am offenen Fenster gesehen und daraufhin Alarm geschlagen. Der hygienische Zustand des Jungen sei "unvorstellbar" gewesen, sagte der Richter. Als Polizisten ihn in der stinkenden und verdreckten Wohnung zwischen Müllbergen fanden, sei er mit eigenem Kot und den Exkrementen von acht Katzen beschmiert gewesen.

Die beiden arbeitslosen Eltern hätten sich offenbar mehr um die Katzen als um ihr Kind gekümmert, sagte Kraft. Er hielt dem Paar aber zugute, dass es wohl nicht böswillig gehandelt habe, sondern vermutlich restlos überfordert gewesen sei.

Topics
Schlagworte
Panorama (30669)
Recht (12046)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Personal-Notstand auf deutschen Intensivstationen

Auf deutschen Intensivstationen fehlen mehr als 3000 Spezialpflegekräfte. Die Krankenhäuser wollen reagieren. Das Personal denkt über einen Großstreik nach. mehr »

HIV-Impfung generiert Immunantwort

Eine Impfung gegen HIV ist in frühen klinischen Studien. Erste Ergebnisse sind positiv. mehr »

Warum die Putzhilfe glücklich macht

Putzen, Wäsche waschen, Kochen: Viele Menschen empfinden all das als nervige Pflichten. Wer Geld hat, kann andere für sich arbeiten lassen - und fühlt sich dann zufriedener. Das haben Forscher herausgefunden. mehr »