Ärzte Zeitung online, 29.05.2009

Rosa Luxemburgs Leiche in Berliner Charité gefunden?

BERLIN(dpa). Ein Berliner Wissenschaftler glaubt, die tatsächliche Leiche der ermordeten Sozialistin Rosa Luxemburg gefunden zu haben. Der Leiter der Rechtsmedizin der Berliner Charité, Michael Tsokos, entdeckte nach einem Bericht des "Spiegels" im Fundus seines Instituts eine viele Jahrzehnte alte Wasserleiche.

Obwohl ihr Kopf, Hände und Füße fehlen, weise die Tote "verblüffende Ähnlichkeiten mit der realen Rosa Luxemburg" auf, sagte Tsokos dem Magazin. So handele es sich bei der Leiche um den Körper einer 40- bis 50-jährigen Frau, die einen Hüftschaden und unterschiedlich lange Beine hatte. Luxemburg war Ende 40, als sie ermordet wurde - und litt laut Tsokos an einer angeborenen Hüftverrenkung und unterschiedlich langen Beinen.

Der Mediziner Tsokos ist sich außerdem sicher, dass der Körper, der 1919 als Luxemburgs Leichnam auf dem Friedhof Berlin-Friedrichsfelde begraben wurde, nicht der von Luxemburg war. Die Leiche habe laut dem historischen Obduktionsprotokoll weder einen Hüftschaden, noch unterschiedlich lange Beine aufgewiesen, sagte er der Deutschen Presse-Agentur dpa. Vor allem aber hätten die Experten damals keinen Kopfschuss oder Spuren für Gewehrkolbenschläge auf den Schädel gefunden.

Die beiden KPD-Führer Luxemburg und Karl Liebknecht waren am 15. Januar 1919 in Berlin von Freikorps-Soldaten erschossen worden. Dabei soll Luxemburg zunächst niedergeschlagen und dann durch einen Kopfschuss getötet worden sein. Anschließend wurde ihre Leiche in den Landwehrkanal geworfen. Vier Monate später wurde eine Wasserleiche gefunden, die als Luxemburgs Körper bestattet wurde.

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