Ärzte Zeitung online, 10.06.2009

Irrtum der Mutter führte zu schwerem Badeunfall

AURICH/LEER(dpa). Der schwere Badeunfall im ostfriesischen Leer, bei dem ein kleines Mädchen ums Leben kam, geht auf einen tragischen Irrtum der Mutter zurück. Die 41-jährige Vietnamesin war im April mit den Kindern leblos vom Boden des Hallenbades geborgen worden. Ein acht Jahre altes Mädchen starb, die Mutter, eine weitere Tochter und der Sohn überlebten schwer verletzt.

Die Frau habe geglaubt, dass der Boden hinter dem Nichtschwimmerbecken ähnlich wie im Freibad sanft nach unten abfalle, sagte der Leitende Oberstaatsanwalt Werner Kramer am Dienstag in Aurich. Dann sei sie in den tiefen Schwimmerbereich abgerutscht. Alle vier hätten unter Wasser einen Schock erlitten.

Die Kinder hätten sich an ihrem Arm festgeklammert, sodass alle Opfer auf den Boden sanken. Dort sei sofort Wasser in die Lungen gedrungen, hieß es. Der Schock hat nach der Stellungnahme eines Pathologen eine Verkrampfung ausgelöst und zur Bewusstlosigkeit geführt. Da die Opfer nicht auf sich aufmerksam machen konnten, blieb der Unfall zunächst unbemerkt.

Die Justiz stellte das Ermittlungsverfahren wegen fahrlässiger Tötung ein. Der Schwimmmeisterin war kein falsches Verhalten nachzuweisen. Sie hatte die Opfer zusammen mit anderen Badegästen geborgen und wiederbelebt. Die Mutter habe sich zwar nicht ausreichend über die Besonderheiten des Bades informiert und den Kindern auch keine Schwimmflügel angezogen. Eine Strafe sei jedoch wegen der schweren Folgen für sie und ihre Kinder verfehlt, sagte Kramer. Der sieben Jahre alte Sohn und die fünf Jahre alte Tochter waren nach Tagen aus dem Koma erwacht. Bleibende gesundheitliche Schäden seien derzeit nicht absehbar.

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