Ärzte Zeitung online, 11.06.2009

Medizinische Fachgesellschaften warnen vor Ultimate Fighting

BERLIN(eb). Die geplanten Ultimate Fighting-Kämpfe am 13. Juni in Köln betrachtet die Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychotherapie (DGPPN) mit großer Sorge. Gemeinsam mit anderen Fachgesellschaften warnt die DGPPN vor einer schleichenden Brutalisierung und Verharmlosung von Gewalt in unserer Gesellschaft, der mit dieser extremen Kampfsportart Vorschub geleistet werde.

Ultimate Fighting, eine US-amerikanische Variante des Boxens, wird mit dem Kampf in Köln auch in Deutschland seinen Einzug halten. Der Auftritt stellt nur den Auftakt für weitere bundesweit folgende Veranstaltungen in Deutschland dar. Der Kampf findet in einem Drahtkäfig statt. Boxhandschuhe werden nicht getragen, nahezu alle Kampftechniken, etwa aus Karate, Ringen, Kickboxen.

Die Fachgesellschaften weisen in ihrer gemeinsamen Stellungnahme mit Nachdruck darauf hin, dass in unserer Gesellschaft die öffentliche Darstellung von Gewalt in Form von Computerspielen und in Filmen schon lange ein sehr bedenkliches Ausmaß erreicht habe. Als Live-Darstellung verleihe Ultimate Fighting diesem Trend nun eine neue Dimension, indem Brutalität in die Nähe tolerabler Verhaltensnormen gerückt sowie körperliche Aggressivität und die Inszenierung von Gewalt durch Kampf als quasi heroisches Handeln stilisiert werden. Die Fachgesellschaften warnen ausdrücklich vor einer solchen Inszenierung von Gewalt.

Auch aus medizinischer Sicht ist Ultimate Fighting gefährlich: Wissenschaftliche Studien belegten, dass diese Sportart mehr Verletzungen provoziere als das klassische Boxen.

Die Stellungnahme ist abrufbar unter: www.dgppn.de/de_stellungnahmen-2009_207.html

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