Ärzte Zeitung online, 12.06.2009

Bundesrat stimmt für schärfere Regeln bei Tierseuchen

BERLIN(dpa). Die Regeln für Tierseuchen sollen nach dem Willen des Bundesrates verschärft werden. Die Länderkammer stimmte am Freitag aber auch für mehrere Änderungen, um die Pläne abzumildern.

Ein flächendeckender Tuberkulose-Test für Kühe soll zum Beispiel nicht eingeführt werden - obwohl die Tuberkulose weiter verbreitet sein könnte als gedacht. In den vergangenen Jahren hatte es aber nur wenige Fälle bei Rindern gegeben.

Die Agrarminister hatten wegen drohender Kosten für Milchbauern gefordert, die Tiere zunächst zu untersuchen und nur in Verdachtsfällen ein entsprechendes Serum zu spritzen.

Die Freilandhaltung von Schweinen soll nicht nur im Fall der Schweinepest bei Wildschweinen eingeschränkt werden, sondern auch bei anderen Seuchen, die Wild- und Hausschweinen drohen. Der Deutsche Tierschutzbund befürchtet, dass dann die artgerechte Tierhaltung eingeschränkt wird.

Die Länder entschieden auch unter Vorbehalt über lockere Regeln zur Haltung von Masthühnern. Nach den EU-Plänen können mehr Masthühner als bisher pro Quadratmeter gehalten werden. Der Bundesrat dringt aber auf besondere Anforderungen an die Versorgung und Pflege. Der Verein Menschen für Tierrechte warnte, schon jetzt litten Masthühner unter "drangvoller Enge", die zu Aggressionen und Verhaltensstörungen führe.

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