Ärzte Zeitung online, 26.06.2009

Knappe Hälfte der Ostdeutschen sieht DDR positiv

BERLIN (dpa). Knapp die Hälfte der Ostdeutschen (49 Prozent) findet nach einer neuen Umfrage, dass die DDR mehr gute als schlechte Seiten hatte. Von den Befragten aus den alten Ländern schließen sich nur 13 Prozent dieser Meinung an, geht aus der repräsentativen Umfrage des Emnid-Institutes hervor.

Bundesminister Wolfgang Tiefensee (SPD) hatte die am Freitag in Berlin vorgestellte Studie als Beauftragter für die neuen Länder in Auftrag gegeben. Befragt wurden im April 1208 Menschen in Ost und West.

Einigkeit herrschte laut der Umfrage dagegen über den Fall der Mauer. 85 Prozent der Ostdeutschen und 81 Prozent der Westdeutschen meinten, die Ostdeutschen könnten stolz sein auf die friedliche Überwindung der SED-Diktatur. 79 Prozent in Ost und 82 Prozent in West bewerteten den Herbst 1989, als die Mauer nach Massenprotesten fiel, als wichtiges Ereignis für die gesamtdeutsche Geschichte.

Tiefensee sagte bei einer Tagung zur friedlichen Revolution, mit den Feierlichkeiten zum 20. Jahrestag des Mauerfalls solle nicht von den Schwierigkeiten beim Zusammenwachsen der Deutschen abgelenkt werden. "Freiheit tut auch weh", sagte der SPD-Politiker angesichts hoher Arbeitslosigkeit und sozialer Verunsicherung im Osten. "Die Angst vor denen da oben ist der Angst gewichen, zu denen da unten zu gehören", sagte der in Leipzig aufgewachsene Politiker.

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