Ärzte Zeitung online, 26.06.2009

Winzige Nanospritze entwickelt

ZÜRICH (dpa). Schweizer Forscher haben eine winzige Nanospritze entwickelt, mit der sich Substanzen in einzelne Zelle injizieren lassen. Das "Fluid force microscope" (FluidFM) sei die zurzeit kleinste automatisierte Spritze der Welt, teilte die Eidgenössische Technische Hochschule (ETH) Zürich am Freitag mit. Mit der Spritze ließen sich auch mikroelektronische Bauteile herstellen.

Entwickelt wurde sie von Wissenschaftern des Instituts für Biomedizinische Technik der ETH (Nano Letters 9, 2009, 2501).

Die Öffnung an der Nadelspitze hat einen Durchmesser von 200 Nanometern - und ist damit 500-mal kleiner als der Durchmesser eines menschlichen Haares. Über die Spitze können Wirkstoffe oder auch Erbgut in eine Zelle injiziert werden. Im Gegensatz zum herkömmlichen System kann dabei die Kraft der Nadel auf die Zelle so präzise dosiert werden, dass diese nicht unnötig verletzt wird, schrieb die ETH.

Mit der Apparatur können auch feinste elektrische Signale in der Zelle gemessen werden. Möglich wäre zudem, einzelne Zellen während der Injektion von Wirkstoffen in Echtzeit zu beobachten, hieß es weiter. Vielversprechend sei "FluidFM" auch für Anwendungen in der Physik, der Chemie und den Materialwissenschaften. Besonders für die Produktion von Mikrochips und Mikrosensoren eröffneten sich neue Möglichkeiten. So könne über die Nadel eine hauchdünne Metallspur für elektrische Schaltungen aufgetragen werden.

Bilder und Abstract der Studie "FluidFM: Combining Atomic Force Microscopy and Nanofluidics in a Universal Liquid Delivery System for Single Cell Applications and Beyond"

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