Ärzte Zeitung online, 08.07.2009

Polnischer Radiosender sendet aus Protest Vogelgezwitscher

WARSCHAU (dpa). Aus Protest gegen die mangelhafte Finanzierung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks in Polen hat das Kulturradio "Dwojka" am Mittwoch den ganzen Tag lang nur Vogelgezwitscher gesendet. Dazwischen wurde alle zehn Minuten eine Erklärung verlesen, dass der Sender mit dieser Aktion auf seine dramatische finanzielle Situation aufmerksam machen wolle.

Die "Existenz des Programms sei gefährdet", warnten die Mitarbeiter und wiesen auf einen "dramatischen Rückgang" der Einnahmen aus Rundfunkgebühren hin.

Der webefreie Sender "Dwojka" hat sich auf klassische Musik, Jazz, Literatur und Publizistik spezialisiert. Die Redaktion organisiert zahlreiche Musikfestivals, unter anderem den Warschauer Herbst. Nach Angaben von 2006 erreicht der Kulturkanal rund 1,58 Prozent der Hörer.

Die Regierung von Ministerpräsident Donald Tusk hatte nach den gewonnenen Parlamentswahlen im Herbst 2007 angekündigt, die Rundfunkgebühren abzuschaffen. Dies führte zum massiven Rückgang der Einnahmen. Nach Schätzungen bezahlen nur noch 40 Prozent der Fernseh- und Radionutzer die Gebühr. Vor zwei Wochen konnte die Regierung dann zwar ein Mediengesetz durchsetzen, in dem eine Finanzierung aus dem Staatshaushalt garantiert ist. Ob dieses Gesetz bald in Kraft treten kann, ist aber unsicher, da ein Einspruch des Präsidenten Lech Kaczynski erwartet wird.

Topics
Schlagworte
Panorama (30508)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Adiopositas-Op nötig, aber Kasse will nicht zahlen

Wenn der Antrag eines Adipositas-Patienten auf eine bariatrische Operation abgelehnt wird, bringt das Ärzte in eine schwierige Situation. Denn oft verschlechtert sich der Zustand des Betroffenen. mehr »

Immer mehr Nichtraucher erkranken an Lungenkrebs

In US-Kliniken tauchen immer häufiger Nichtraucher mit Lungenkrebs auf, vor allem Frauen sind betroffen. Das könnte am Passivrauchen liegen. mehr »

Wer nicht hören will, den soll die Kita künftig melden

Prävention mit Drohgebärden: Künftig will das Bundesgesundheitsministerium nicht nur mit Bußgeld drohen, sondern auch die Kitas einspannen, um die Verweigerer einer verpflichtenden Impfberatung herauszufischen. mehr »