Ärzte Zeitung online, 08.07.2009

Viele Nachahmungstäter nach Amoklauf

MÜNCHEN (dpa). Nach dem Amoklauf von Winnenden hat es in Bayern zahlreiche Drohungen von Nachahmungstätern gegeben. Seit der Tat am 11. März seien im Freistaat 148 solche Fälle gemeldet worden, bestätigte das bayerische Innenministerium am Mittwoch einen Bericht der "Welt".

Die Polizei stellte zahlreiche Waffen und Computer sicher. Mehrere Schüler wurden in psychiatrische Behandlung gebracht. Auch ein Lehrer wollte sich mit einem Gewaltakt rächen - der Pädagoge an einer Waldorfschule hatte seinen Job verloren.

"Erschreckend ist, wie viele junge Menschen aus Jux und Tollerei mit angekündigten Amoktaten Menschen in Angst und Schrecken versetzen", sagte Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) der "Welt". Er warnte potenzielle Trittbrettfahrer vor ernsthaften strafrechtlichen und finanziellen Folgen. "Solche Taten können die Zukunft eines jungen Menschen zerstören. Denn welcher Arbeitgeber stellt einen Bewerber ein, der wegen der Ankündigung eines Amoklaufs vorbestraft ist."

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