Ärzte Zeitung online, 14.07.2009

Kunst-Hormon lässt Fett schmelzen - bei Mäusen

BOSTON (dpa). Ein künstliches Hormon hat bei Labormäusen das Gewicht innerhalb eines Monats um fast 30 Prozent reduziert. Ihr Körperfettanteil schmolz gar um 62 Prozent. Das berichtet ein US-Forscherteam um Dr. Richard DiMarchi von der Indiana Universität in Bloomington.

Starkes Übergewicht gilt als der wichtigste Risikofaktor für die Entstehung der Typ-2-Diabetes, auch Altersdiabetes genannt. Die Studie könne daher Hinweise geben, wie sich Übergewicht und Diabetes bei menschlichen Patienten kontrollieren lassen könnten.

Die neue Substanz wurde übergewichtigen Mäusen und Ratten ein Mal pro Woche gespritzt. Innerhalb der ersten Woche nahmen die Tiere bereits 25 Prozent ab, nach einem Monat waren es 28 Prozent (Nature Chemical Biology online vorab; Fachartikelnummer: DOI 10.1038/nchembioYYY). Die Substanz imitiert die Wirkung der Hormone Glucagon und GLP-1 (Glucagon-like-peptide-1), die beide den Zuckerstoffwechsel regulieren.

Frühere Studien hatten gezeigt, dass beide Hormone den Appetit unterdrücken und den Kalorienverbrauch erhöhen, was zu einer Verminderung des Gewichts führt. Ein therapeutischer Nutzen war bislang jedoch unbekannt. Auch jetzt sind noch weitere Studien nötig, bis die neue Substanz medizinisch gegen Übergewicht und Diabetes eingesetzt werden kann.

GLP-1 wird nach dem Essen freigesetzt und stimuliert die Insulin- Produktion. Es wird im Körper jedoch schnell abgebaut. Die Forscher haben daher einen GLP-1-ähnlichen Wirkstoff (GLP-1-Analogon) entwickelt, der länger wirksam ist.

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