Ärzte Zeitung online, 14.07.2009

DGB warnt vor "Doping am Arbeitsplatz"

BERLIN (dpa). Der Deutsche Gewerkschaftsbund warnt angesichts zunehmender Jobangst bei Arbeitnehmern vor Doping am Arbeitsplatz. Viele Arbeitnehmer griffen zu leistungssteigernden Mitteln, "um dem wachsenden Stress vermeintlich gewachsen zu sein - mit langfristig fatalen gesundheitlichen Folgen", sagt DGB-Vorstandsmitglied Annelie Buntenbach.

"Doping am Arbeitsplatz und verschleppte Krankheiten" würden massive finanzielle Folgekosten für die Unternehmen und die Sozialsysteme bedeuten. "Die Antwort auf die Krise darf nicht heißen: weitere Verdichtung von Arbeit und mehr Druck am Arbeitsplatz", sagte Buntenbach den "Ruhr Nachrichten" (Dienstagsausgabe).

"Aus der Sorge heraus, ihren Arbeitsplatz zu verlieren, schleppen sich die Beschäftigten sogar krank zur Arbeit." Die Arbeitnehmer in Deutschland melden sich derzeit immer seltener krank - die Wirtschaftskrise könnte diesen langjährigen Trend nach Expertenansicht weiter beschleunigen.

Im ersten Halbjahr 2009 lag der Krankenstand in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) im Schnitt bei 3,24 Prozent, gemessen an den Arbeitnehmern. Das hatte das Bundesgesundheitsministerium am Montag berichtet. 1995 lag der Krankenstand noch bei 5,07 Prozent. Er sank seither aber mit kleineren Schwankungen kontinuierlich.

Lesen Sie dazu auch:
Stress und Druck - immer mehr Beschäftige greifen zu Doping
DAK warnt vor "Doping im Büro"
Linke will Aufklärung über Doping im Job

Topics
Schlagworte
Panorama (30664)
Organisationen
DAK (1508)
Personen
Annelie Buntenbach (48)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Gefahr im Vekehr oder alles im grünen Bereich?

Patienten, die Cannabispräparate in Dauermedikation haben, dürfen am Straßenverkehr teilnehmen. Eine wissenschaftliche Debatte über ein erhöhtes Verkehrssicherheitsrisiko wurde noch nicht geführt. mehr »

Frau hat keinen Anspruch auf Schmerzensgeld

Hat eine Frau Anspruch auf Schmerzensgeld, wenn ein Arztfehler zu Impotenz des Mannes führt? Das OLG Hamm verneint – und gibt eine Begründung. mehr »

Tausende Pfleger ergreifen die Flucht

Großbritannien gehen die Pflegekräfte aus: Zu groß ist die Unzufriedenheit mit dem System. Sie zeigt sich zunehmend auch bei Patienten. mehr »