Ärzte Zeitung online, 17.07.2009

Verstümmelte Hai-Opfer bitten um Schutz der Tiere

WASHINGTON (dpa). Die eine hat ihre Hand verloren, der andere seinen Arm, die dritte einen Teil des verlängerten Rückens. Überlebende von Hai-Attacken haben sich jetzt in Washington getroffen - aber nicht, um sich gegenseitig ihr Leid zu klagen. Sie plädieren für den Schutz jener Tiere, denen sie ihre schweren Verstümmelungen verdanken.

Die Gruppe von zehn Hai-Opfern warb am Mittwoch (Ortszeit) im US- Kongress um Unterstützung für ein Gesetz, mit dem das sogenannte Finning verboten werden soll. Das ist eine Praxis, bei der Haien die Flossen abgeschnitten und die Tiere dann meistens noch lebend zurück ins Wasser geworfen werden. Sie verenden qualvoll, und andernorts wird Haiflossensuppe aufgetischt - eine Barbarei, wie Tierschutzorganisationen seit Langem anprangern. Nach Schätzungen mancher Experten werden jedes Jahr weltweit etwa 70 Millionen Haie durch das Finning getötet. Das Washingtoner Abgeordnetenhaus hat bereits für die US-Fischerei ein Verbot beschlossen, der Senat muss noch abstimmen.

"Ich nehme dem Hai die Attacke nicht übel", zitierte der Sender ABC eine nach Washington gereiste Amerikanerin, der vor zehn Jahren beim Schwimmen vor der hawaiianischen Küste unter anderem sieben Finger abgerissen wurden. "Ich war es, die in ihren Lebensbereich eingedrungen ist. Ich habe die Konsequenzen erfahren, und ich akzeptiere sie." Al Brennaka, der seinen Arm verlor, pflichtet bei: "Wer könnte besser für die Haie sprechen als die Menschen, zu denen die Haie selbst gesprochen haben?"

Hai-Attacken in US-Gewässern sind sehr selten - seit 2000 waren es durchschnittlich 43 pro Jahr, berichtet die "Washington Post". Demnach liegt die Wahrscheinlichkeit eines Angriffs für Strandbesucher bei 1 zu 11,5 Millionen.

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