Ärzte Zeitung online, 17.07.2009

Falsche Diagnose lässt angeblich Todkranken Geld verpulvern

LONDON (dpa). Wegen einer falschen Krebsdiagnose hat ein angeblich todkranker Mann in England seinen Job gekündigt und seine Ersparnisse verpulvert. Als zwei Jahre später der Ärztefehler bemerkt wurde, konnte er sich zwar über seine Aussicht auf ein längeres Leben freuen. Weil er aber sein Geld mit vollen Händen ausgegeben hat und unter den Nebenwirkungen der starken Krebsmedikamente leidet, will der 61-Jährige nun das staatliche Gesundheitssystem NHS auf Schadensersatz verklagen.

"Ich war ein gesunder Mann und hätte noch viel Zeit zum Arbeiten gehabt. Jetzt kann ich nichts mehr machen", sagte er der Zeitung "The Sun" (Freitag).

Nach einer Gallen-Untersuchung im April 2007 hatten Ärzte dem Mann aus der Grafschaft Dorset mitgeteilt, dass er unheilbar an Krebs erkrankt sei und nur noch wenige Monate zu leben habe. Der Patient kündigte daraufhin seinen Job und gab mehr als 20 000 Euro für ein Motorrad und ein Auto aus, um sich und seiner Frau noch ein paar Wünsche zu erfüllen.

Seine Frau gab ebenfalls ihre Arbeit auf, um ihren Mann pflegen zu können. Als der Mann zwei Jahre später noch immer lebte, zeigten neue Untersuchungen, dass er lediglich an einem harmlosen Abszess litt. Das Krankenhaus entschuldigte sich für den Fehler. Die Diagnose sei damals voreilig gestellt worden, noch bevor alle Testergebnisse ordentlich ausgewertet worden seien.

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