Ärzte Zeitung online, 23.07.2009

Sezierungs-Verbot: Von Hagens legt Berufung ein

BERLIN (dpa). Gunther von Hagens will auch weiter öffentlich Leichen zerschneiden. Das Berliner Verwaltungsgericht hatte dem Künstler zu Wochenbeginn untersagt, Leichen vor Publikum zu öffnen und damit ein Verbot des Bezirksamtes Friedrichshain-Kreuzberg bestätigt.

Von Hagens, dessen umstrittene Ausstellung "Körperwelten & Der Zyklus des Lebens" im Postbahnhof zu sehen ist, will gegen das Urteil nun Berufung einlegen, teilte er am Mittwoch mit. Zu dem Schritt fühle er sich "als Demokrat, der sich die Popularisierung der Anatomie zur Lebensaufgabe gemacht hat", verpflichtet.

Das Verwaltungsgericht hatte die Entscheidung am Montag damit begründet, dass auch die Würde von Verstorbenen unantastbar sei. Eine anatomische Sektion dürfe nur in anatomischen Instituten zum Zwecke der Lehre und Forschung stattfinden, befand die Kammer.

Von Hagens entgegnete, er betreibe keine Sektion im Sinne des Sektionsgesetzes, dieses könne man daher nicht anwenden auf den Fall. Zudem widerspreche das Verwaltungsgericht dem Grundgesetz, in dem unter Artikel 5 die Freiheit der Wissenschaft garantiert sei. Von Hagens hatte vor einigen Tagen in einer Live-Präparation im sogenannten Anatomischen Theater der Moderne eine Leiche vor Zuschauern geöffnet.

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