Ärzte Zeitung online, 27.07.2009

Sarkozy soll am Montag aus dem Krankenhaus kommen

PARIS(dpa). Frankreichs Staatschef Nicolas Sarkozy soll bereits an diesem Montag wieder aus dem Krankenhaus entlassen werden. Der Präsident hatte am Sonntag beim Joggen einen Schwächeanfall erlitten und war daraufhin sofort in die Militärklinik Val-de-Grâce in Paris geflogen worden. Dort wurde er von einem Ärzteteam gründlich untersucht und die Nacht über beobachtet.

Die ersten Untersuchungen hätten keine Auffälligkeiten ergeben, hieß es aus dem Präsidentenpalast. Der Radiosender RTL berichtete am Montagmorgen, Sarkozy solle bereits im Laufe des Vormittags entlassen werden.

Laut Élysée wurde Sarkozy "nach 45 Minuten intensiven physischen Trainings" Opfer des Schwächeanfalls. Dieser sei nicht von einem Bewusstseinsverlust begleitet worden. "Es geht ihm gut, er hat Hunger, er meckert herum, alles ist bestens", sagte Patrick Balkany, ein Vertrauter des Präsidenten, am Sonntagabend. Nach Angaben des Präsidentenpalastes empfing Sarkozy bereits am Sonntag wieder enge Mitarbeiter, um sich am Krankenbett über das Weltgeschehen informieren zu lassen. Auch seine Frau, Sängerin und Ex-Model Carla Bruni, eilte in die Klinik, um an der Seite ihres Mannes zu sein.

Nach Angaben aus seinem Umfeld vom Sonntag hat Sarkozy eine sogenannte Vasovagale Synkope erlitten. Dieser plötzliche, kurzzeitige Verlust des Bewusstseins kann beispielsweise durch starke Gefühlsbelastungen oder Schmerzen ausgelöst werden. Ärzte empfehlen anfälligen Menschen, Stress und eine extrem warme Umgebung zu vermeiden. In der Regel sind solche Ohnmachtsanfälle - auch als "Boygroup-Syndrom" bekannt - jedoch unbedenklich.

Stichwort Vasovagale Synkope

Eine Vasovagale Synkope ist eine Kreislaufstörung ("Neurogener Schock"). Sie ist oft mit einer kurzzeitigen Bewusstlosigkeit verbunden. Ursache ist eine Überreaktion des vegetativen Nervensystems, die etwa durch psychische Auslöser herbeigeführt werden kann. Weil auch die typische Aufregung bei einem Popkonzert zu dem Ausfall führen kann, wird die Vasovagale Synkope auch als "Boygroup-Syndrom" bezeichnet. Die Blutgefäße weiten sich, das Blut sackt in die Füße. Das Gehirn wird durch verminderten Rückfluss kurzzeitig unterversorgt - es kommt zur Ohnmacht. Die Patienten erholen sich jedoch in den meisten Fällen schnell.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Langes Arbeiten kann tödlich sein

Eine lange Wochenarbeitszeit erhöht das Risiko für Herzerkrankungen und Krebs. Forscher konnten die Stundenzahl sogar exakt angeben, ab der sich das Risiko stark erhöht. mehr »

Ausschuss reißt Frist des Gesetzgebers

Das neue Qualitätsmaß für Pflegeheime gerät in Verzug. Eine Studie bietet eine Alternative an. mehr »

Jeder dritte Demenz-Fall vermeidbar

Finge die Demenz-Prävention bereits in der Kindheit an, könne die Krankheit bei einem Drittel aller Erwachsenen verhindert werden – so eine Studie. mehr »