Ärzte Zeitung online, 29.07.2009

Trip ins All - Hagenerin wird Weltraumtouristin

OSHKOSH/HAGEN(dpa). Sonja Rohdes Stimme klingt am Telefon immer noch ganz aufgeregt. Die 33-jährige Unternehmerin aus dem nordrhein-westfälischen Hagen war am Montag in den USA dabei, als auf einer Messe erstmals das Flugzeug "WhiteKnightTwo" vorgestellt wurde. Es soll als Trägerflugzeug vom nächsten Jahr an regelmäßig ein Raumschiff für Weltraumtouristen ins All transportieren. Wenn alles gut geht, gehört Rohde zu den ersten, die diesen Trip mitmachen - und wäre damit die erste deutsche Frau im All.

"WhiteKnightTwo" flog am Montag zum ersten Mal unter den Augen der Öffentlichkeit bei der nach Veranstalterangaben größten Flugshow der Welt EAA in Oshkosh (Wisconsin/USA). "Am liebsten wäre ich sofort eingestiegen und losgeflogen", sagte Rohde der dpa in Dortmund. Das Flugzeug mit den zwei Rümpfen sehe "ganz gigantisch aus". "Es ist faszinierend, die Geburt der privaten Raumfahrt so hautnah miterleben zu können."

Die Verwirklichung eines Kindheitstraums von Rohde begann 2005 bei einer Safari in Afrika. Zufällig wohnte Rohde in der gleichen Lodge wie der britische Milliardär Richard Branson. Branson erzählte von seinem Raumfahrtunternehmen Virgin Galactic und seinen Plänen, Touristen den Weg ins Weltall zu ermöglichen - und begeisterte die junge Hagenerin.

Spontan sagte sie zu, unter jenen 84 Weltraumtouristen sein zu wollen, die Branson als erste von einem "Weltraumhafen" im amerikanischen Bundesstaat Neu Mexiko aus ins Weltall fliegen lassen will. Das Trägerflugzeug "WhiteKnightTwo" soll dabei den Raumflieger "SpaceShipTwo" auf eine Höhe von 15 Kilometern bringen. Dann soll sich das Raumflugzeug abkoppeln und mit Raketenantrieb auf 110 Kilometer Höhe steigen.

Die Passagiere sollen dabei 15 Minuten die Schwerelosigkeit im All genießen können. Der Raumflieger soll laut Rohde im Dezember seinen ersten Testflug machen. Rohde geht davon aus, dass sie im nächsten Jahr mitfliegen kann - zusammen mit fünf anderen Passagieren und zwei Piloten. Für ihren zweieinhalbstündigen Trip blättert Rohde 200 000 Dollar hin.

Auf den Flug bereitet Rohde sich schon seit zwei Jahren vor - etwa mit einem Schwerelosigkeitstraining. Dazu bestieg sie im US-Staat Florida eine umgebaute Boeing 727 für sogenannte Parabelflüge. Kurz vor dem Flug soll es dann nochmals ein mehrtägiges Training geben. Bis dahin ist Geduld gefragt: "Ich kann es kaum erwarten, endlich loszufliegen."

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