Ärzte Zeitung online, 30.07.2009

Kinder in Berlin gezielt als Drogenkuriere eingesetzt

BERLIN(dpa). Im organisierten Drogenhandel werden in Berlin immer häufiger Kinder als Kuriere eingesetzt. "In bestimmten Familien werden gezielt Kinder losgeschickt, weil sie unter 14 Jahren nicht strafmündig sind", sagte Ralf Köhnlein vom Berliner Drogenhilfeprojekt Fixpunkt am Mittwoch.

Die Minderjährigen würden vor allem in U-Bahnen als Händler eingesetzt. Am Montag hatte die Polizei einen zwölf Jahre alten Jungen mit 150 Heroinkügelchen und rund 200 Euro Bargeld gefasst. Er war gerade dabei, das Rauschgift in einem Erdloch in einem Park zu verbuddeln.

"Diese Kinder kommen vor allem aus dem Libanon", sagte Köhnlein, einem Transitland. Die Polizei versuche zwar, über die Kinder an die Hintermänner zu kommen, oft könnten die Minderjährigen aber nicht mal richtig deutsch sprechen und seien ohnehin darauf getrimmt, ihre Auftraggeber nicht zu verraten.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Langes Arbeiten kann tödlich sein

Eine lange Wochenarbeitszeit erhöht das Risiko für Herzerkrankungen und Krebs. Forscher konnten die Stundenzahl sogar exakt angeben, ab der sich das Risiko stark erhöht. mehr »

Ausschuss reißt Frist des Gesetzgebers

Das neue Qualitätsmaß für Pflegeheime gerät in Verzug. Eine Studie bietet eine Alternative an. mehr »

Jeder dritte Demenz-Fall vermeidbar

Finge die Demenz-Prävention bereits in der Kindheit an, könne die Krankheit bei einem Drittel aller Erwachsenen verhindert werden – so eine Studie. mehr »