Ärzte Zeitung online, 28.08.2009

Kandidat für den Springer Charity-Award: Felix-Burda-Stiftung

Darmkrebs verhindern - das ist das große Ziel

Die Felix Burda Stiftung hat einen ehrgeizigen Plan: Durch flächendeckende Aufklärung soll die Zahl der Darmkrebstoten bis 2015 bundesweit auf unter 15 000 pro Jahr gesenkt werden.

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Plakataktion mit Verona Pooth und Günter Netzer - Prominente fordern zur Vorsorge auf.

Foto: Felix Burda Stiftung

Von Pete Smith

An den Folgen von Darmkrebs sterben in Deutschland jährlich etwa 27 000 Menschen. Durch Früherkennung könnten die meisten dieser Erkrankungen verhindert werden. Dies ist eines der Kernziele der Felix Burda Stiftung.

Sie wurde 2001 von dem Verleger Professor Hubert Burda und seiner früheren Ehefrau Dr. Christa Maar gegründet. Die Stiftung trägt den Namen ihres gemeinsamen Sohnes Felix, der an Darmkrebs gestorben ist. Die international tätige Organisation widmet sich ausschließlich der Prävention von Darmkrebs. Dazu hat die Stiftung mit Sitz in München 2002 eine bundesweite Kampagne ins Leben gerufen, an der sich inzwischen viele Partner beteiligen: den "Darmkrebsmonat März". Hintergrund dieser Kampagne ist es, das Thema Darmkrebs und Früherkennung dauerhaft ins Bewusstsein der Öffentlichkeit zu verankern.

Viele Menschen haben Angst vor Koloskopie

Als Gründe für die mangelnde Darmkrebsvorsorge in Deutschland hat die Stiftung zum einen die verbreitete Angst vor einer Koloskopie und zum anderen das fehlende Wissen über die Chancen der Prävention von Darmkrebs ausgemacht. Auf dieser Basis hat die Stiftung eine Reihe von Initiativen gestartet, die allesamt das Ziel einer besseren Aufklärung verfolgen. Außer dem "Darmkrebsmonat März" zählen etwa der 2003 geschaffene Felix Burda Award dazu, mit dem Menschen, Institutionen und Unternehmen für herausragendes Engagement im Bereich der Darmkrebsvorsorge ausgezeichnet werden, die Initiative "Unternehmen gegen Darmkrebs" sowie Europas größtes Darmmodell "Faszination Darm".

Der Felix Burda Stiftung leihen viele Prominente ihr Gesicht, darunter die Fernsehmoderatoren Nina Ruge, Sandra Maischberger und Johannes B. Kerner, die Schauspieler Christine Neubauer und Wolfgang Stumph, der Boxer Wladimir Klitschko sowie der ehemalige Fußballer Günter Netzer.

Auch die Ärztin und Schauspielerin Maria Furtwängler, heutige Ehefrau des Stiftungsgründers, tritt öffentlich für die Organisation ein. Am bekanntesten ist die "I feel good"-Kampagne, in der Prominente zur Vorsorge auffordern: "Fühlen Sie sich auch gut? Sie könnten trotzdem Darmkrebs haben. Weil man ihn erst spürt, wenn es zu spät ist. Wird er aber früh entdeckt, ist er zu hundert Prozent heilbar. Gehen Sie zur Darmkrebsvorsorge - wie ich. Danach fühlt man sich besser."

Neben Werbekampagnen wie diesen setzt die Felix Burda Stiftung auf persönliche Aufklärung. Hierzu dient etwa die Aktion "Faszination Darm". Europas größtes Darmmodell vermittelt auf 20 Metern Länge Wissenswertes über das "Hochleistungsorgan" Darm und klärt über die Vorstufen von Krebs auf. Das Modell war schon in nahezu allen großen Städten zu sehen.

Zusammen mit der Stiftung Lebensblicke und dem Netzwerk gegen Darmkrebs e. V. engagiert sich die Felix Burda Stiftung seit 2002 für die betriebliche Darmkrebsvorsorge. Die Initiative "Unternehmen gegen Darmkrebs" hat seither mehr als 400 Betriebe angesprochen, von denen über 90 für ihre Mitarbeiter Aktionen zur Darmkrebsvorsorge initiiert haben.

Ein Internetforum für Betroffene und Angehörige

Schließlich richtet die Stiftung auch wissenschaftliche Konferenzen zur Darmkrebsvorsorge aus und unterstützt Patienten, bei denen Darmkrebs diagnostiziert wurde. In einem passwortgeschützten Internetforum können Betroffene und Angehörige beispielsweise Erfahrungen austauschen sowie Anregungen weitergeben. Seit Frühjahr dieses Jahres bietet die Stiftung Darmkrebspatienten darüber hinaus die Möglichkeit an, sich mit Hilfe einer elektronischen Patientenakte eine qualifizierte Zweitmeinung über ihre Erkrankung einzuholen.

Die Felix Burda Stiftung und ihr Vorstand sind mehrfach ausgezeichnet worden. So erhielt Stiftungsvorstand Christa Maar 2006 das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland.

Felix-Burda-Stiftung

Darmkrebs verhindern - das ist das große Ziel

Die Felix Burda Stiftung hat sich bei ihrer Gründung 2001 zum Ziel gesetzt, die Darmkrebssterblichkeit in Deutschland drastisch zu reduzieren. Bei keiner anderen Krebsart bietet die Früherkennung derart große Chancen. Ein wichtiges Anliegen der Stiftung ist auch die Aufklärung junger Menschen über das erbliche Risiko, an Darmkrebs zu erkranken. Darüber hinaus hat die Burda Stiftung 2005 das Projekt "P90" ins Leben gerufen. Ziel des Projekts ist es, Übergewicht von Kindern im Alter von sechs bis zwölf Jahren zu vermeiden.

www.felix-burda-stiftung.de

www.darmkrebs.de

Lesen Sie dazu mehr:
Alle Kandidaten für den Charity-Award 2009 im Überblick

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